Jäger schoss sich selbst ins Bein

Ein 47-Jähriger aus dem Bezirk Oberwart stolperte bei der Treibjagd, dabei löste sich ein Schuss. Der Mann wurde schwer verletzt.

Ein tragischer Jagdunfall hat Donnerstagfrüh im Südburgenland einen Schwerverletzten gefordert: Gegen 8.45 Uhr wurde im Gemeindegebiet von Markt Allhau mit der Niederwildtreibjagd begonnen. Ein 47-jähriger Landwirt aus dem Bezirk Oberwart war dabei als Triebschütze eingeteilt. Der Südburgenländer durchstreifte einen Erlenwald mit dichtem Unterwuchs. Dort dürfte er über einen am Boden liegenden Baumstamm gestolpert und zu Sturz gekommen sein. Dabei löste sich ein Schuss aus seiner Jagdwaffe, die mit Schrotpatronen geladen war, und traf ihn in den linken Oberschenkel, berichtete die Sicherheitsdirektion Burgenland am Freitag.

Zwei Jagdkollegen hörten den Knall und brachten den Verletzten auf einen Parkplatz. Der 47-Jährige wurde mit dem Notarzthubschrauber Christophorus 16 nach Oberwart geflogen und befindet sich laut Auskunft des Krankenhauses in stabilem Zustand.

 

Regeln

"So etwas passiert fast nie und dürfte eigentlich auch nicht vorkommen", betont Bezirksjägermeister Klaus Gmeiner auf KURIER-Anfrage. Seit 20 Jahren sei er im Amt und könne sich an keinen ähnlichen Fall im Bezirk Oberwart erinnern. Die Regeln seien genauestens einzuhalten. "Auch wenn man bei der Jagdprüfung der beste in der Theorie ist, passiert auch nur der kleinste Fehler in der Handhabung mit der Waffe, ist man durchgefallen. Darauf legen wir strengstes Augenmerk." Die Waffe sollte immer gesichert sein und dürfe erst kurz vor dem gezielten Schuss entsichert werden. Mit den Vorkommnissen im betreffenden Fall sei er nicht im Detail vertraut, an Spekulationen wolle er sich daher nicht beteiligen. "Wir werden abwarten, was die Ermittlungen der Polizei ergeben. Sollte ein Verschulden des Jägers vorliegen, dann wird es Konsequenzen geben", betont Gmeiner.

( Kurier ) Erstellt am 10.12.2011