© Roland Pittner

Preisverleihung
10/23/2019

Innovation mit langen Ohren im Südburgenland

René Panner hat mit seinen Kaninchen beim Publikumsvoting des Innovationspreises gewonnen

von Roland Pittner

Die weißen Kaninchen zaubert René Panner nicht aus dem Hut. Er züchtet sie in einem umgebauten Schweinestall in Neusiedl bei Güssing. Beim Innovationspreis der Landwirtschaftskammer Burgenland bekam er für seine Kaninchenzucht den ersten Preis. 26.598 Publikumsstimmen wurden online abgegeben, auch auf der Inform-Messe in Oberwart wurde gewählt. Den zweiten Platz holte Stefanie Biricz, mit „Produkten der Glücksziege“ und Platz drei ging an den Biohof Wolf, der „Gemüse- und Kräuterraritäten“ produziert.

„Es ist eine große Ehre, ich bin stolz, glücklich und dankbar, dass die Leute, so fleißig für mich abgestimmt haben“, sagt Panner im KURIER-Gespräch. Seinen Betrieb führt er im Nebenerwerb, das bleibt auch nach diesem Erfolg so.

Publikumsvoting

„Innovation ist ein Schwerpunkt seit meinem Amtsantritt. Sie ist als Chance für unsere kleinstrukturierten Betriebe zu sehen. Mit dem Innovationspreis zeichnen wir Landwirte aus und motivieren sie, neue Wege zu gehen“, erklärt Landwirtschaftskammer Präsident Nikolaus Berlakovich. Der erste Platz wurde mit 1.000 Euro, der zweite Platz mit 750 Euro und der dritte Platz mit 500 Euro Preisgeld ausgezeichnet. Außerdem wurden die Betriebe untereinander vernetzt und „vor den Vorhang geholt“, meint Berlakovich.

Nischen

Innovative Betriebe, die Nischen bedienen, könnten am Markt bestehen. Darunter sind Olivenbauern aus Mörbisch oder eine Käserei aus dem Bezirk Güssing.

Doch für viele Landwirte ist die Lage, ihren Betrieb weiterzuführen immer schlechter. Allein von 2010 bis 2016 haben mehr als 1.300 Betriebe ihre Arbeit eingestellt. Die Entwicklung bleibe laut Landwirtschaftsexperten auch in den nächsten Jahren ähnlich. „Viele Betriebe geraten unter Preisdruck“, sagt Berlakovich. (siehe Zusatzbericht Anm.)

Obwohl Politik und Bauernvertreter seit Jahren den Familienbetrieb als Ziel sehen, müssen immer mehr Betriebe schließen. Auch der Selbstversorgungsgrad bei Fleisch ist seit Jahren im Burgenland rückläufig, weil kaum neue Tierhaltungsbetriebe öffnen.

Kaninchen

„Mit Kühen oder Schweinen hätte ich auch nichts anfangen können“, sagt Panner. Die Kaninchen begleiten ihn schon sein ganzes Leben. „Es war irgendwie auch Zufall, dass das zur Innovation geworden ist, früher war das normal, da hatte jeder Fleischkaninchen zu Hause. Heute ist es eine gute Nische“, meint Panner.

„Wir merken die Leute interessiert das Thema Lebensmittel und Innovation – Ziel ist, dass wir den Innovationspreis wiederholen werden“, sagt Berlakovich.

Preisdruck sorgt bei vielen Betrieben für Probleme  

Im Burgenland wurde von der SPÖ die Bio-Wende ausgerufen. Mit einem Anteil von   27 Prozent der Fläche ist man europaweit unter den Top-Bioregionen. Ziel des Landes sind 50 Prozent Bio-Anteil.   Die Ernte ist zum großen Teil eingefahren.  Die finanzielle Lage ist bei vielen Betrieben angespannt.

Trotz dem Trend zu Bio-Lebensmitteln, „gibt es auch im Bio-Bereich heuer einen großen Preisverfall“, sagt LK-Präsident Nikolaus Berlakovich.  Die Marktsituation sei in vielen Sparten für die Bauern  besonders angespannt. „Wir haben großen Preisdruck bei Mais, Trauben und Sojabohnen“, so Berlakovich.   Er fordert deshalb vor allem auf EU-Ebene bei der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), „dass es keine Kürzungen der Förderungen  in geben darf“. Auch vom neuen Regierungsprogramm erwartet er, „dass die Landwirtschaft starke Signale bekommt, um wettbewerbsfähig zu bleiben“. Wie viele Betriebe im Burgenland noch schließen werden, darüber könne er  keine Prognose abgeben.

Regionalität

„Uns ist   die Regionalität wichtig“, sagt Berlakovich.  Durch die regionale Vermarktung entstünden bessere Absatzmöglichkeiten für die Bauern. „Die Produkte sind gefragt und das Interesse ist da.“  Das Spektrum  bei der Innovation sei groß. Als Beispiele nennt der Präsident auch  das Smartfarming, wo auf den Zentimeter genau am Feld gefahren wird – „so bleiben wir wettbewerbsfähig“.

 
  

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