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Chronik | Burgenland
07/18/2019

Informationen aus der Slowakei: Kommt Breitspur bei Kittsee?

Bürgerinitiative hat Ausbaupläne für slowakische Bahnhöfe und fühlt sich nach einer Anfragebeantwortung hingehalten.

Seit die Pläne für ein Breitspurbahn-Terminal als Verlängerung der neuen chinesischen Seidenstraße publik wurden, herrscht Aufregung in der Region Parndorf. Die überparteiliche Bürgerinitiative (BI) gegen das Projekt hat eine Anfrage nach dem Umweltinformationsgesetz an das Verkehrsministerium (BMVIT) und die ÖBB gestellt – und fühlt sich durch die Antworten hingehalten: „Offensichtlich ist es nicht in deren Interesse, dass wir uns anhand konkreter Informationen auf das vorbereiten können, was kommen soll.“

Trasse bei Kittsee?

Darin wird auf die laufende Strategische Prüfung-Verkehr (SP-V) verwiesen, Ergebnisse sind frühestens im Herbst zu erwarten. Laut Recherchen der BI in der Slowakei soll es Pläne geben, mehrere Bahnhöfe zu Ausweichbahnhöfen umzubauen. Demzufolge soll die Trasse der Breispurbahn vorbei an Petržalka und dann im Süden von Kittsee nach Österreich weiter in Richtung Edelstal führen.

Laut der BI soll es sich um ein „ganzheitliches“ Projekt handeln. Das heißt, wenn der Osten von Wien mit der Breitspurbahn nicht erreicht werden kann, könnte das ganze Projekt kippen. „Eine Variante mit einem Terminal bei Bratislava gibt es nicht“, behauptet die Bürgerinitiative, die weiter Unterschriften sammelt. 740 davon gibt es aus Bruck an der Leitha, in weiteren Gemeinden der Region wie Bruckneudorf, Rohrau oder Trautmannsdorf wird eifrig gesammelt.

Land steht hinter der BI

Unterstützung für die BI und gegen die Breitspurbahn kommt von Landesrätin Astrid Eisenkopf (SPÖ), die am Rande einer Pressekonferenz im Naturparkbüro Illmitz einmal mehr die Ablehnung gegen das Projekt bekräftigte.

Im Ministerium verweist man auf die schon erwähnte SP-V und die für die zweite Jahreshälfte 2019 geplante Beteiligung der Öffentlichkeit. Ende Juni hatte Verkehrsminister Andreas Reichhard in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von SPÖ-Nationalrat Erwin Preiner bereits festgestellt, dass „es derzeit noch keine Rechtsgrundlage für die Entwicklung konkreter Umsetzungsprojekte gibt“. Zu lesen ist aber auch, dass „der Bedarf für eine leistungsfähige Verknüpfung zwischen europäischen Eisenbahnkorridoren und dem Breitspurbahnnetz gegeben ist. Dafür bietet sich der Raum Wien an“. Weiters schätzt Reichhardt in der Beantwortung, dass durch das Projekt rund 3.500 Arbeitsplätze entstehen und eine jährliche Wertschöpfung von 450 Millionen Euro generiert werden könnte.