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Chronik Burgenland
04/09/2021

Impf-Vorreihung von Priestern "ist keine Bevorzugung"

LH Doskozil und Bischof Zsifkovics tauschen sich auch über Impfungen für Seelsorger aus, ein Brief der Diözese sorgt jetzt für Irritationen

von Thomas Orovits

Dass der rote Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics einen amikalen Umgang pflegen und gemeinsam bei Papst Franziskus waren, ist bekannt – und wird von der sich als christlich verstehenden ÖVP sorgenvoll beäugt.

Jetzt sorgt ein Brief der Diözese „an die Priester, Diakone und die pastoralen Mitarbeiter“ für Irritationen. Das mit 29. März datierte Schreiben liegt dem KURIER vor. Darin heißt es, „unser Herr Diözesanbischof hat sich beim Land darum bemüht, für Sie, die Sie seelsorgliche Aufgaben in der Diözese wahrnehmen, eine Vorreihung für die Corona-Impfung zu erreichen“. Hoffnungsfroher Nachsatz: „Derzeit scheint es so, als ob dieses Bemühen erfolgreich sein dürfte“.

Bis Ostermontag konnten die Seelsorger per eMail an die Diözese ihr „verbindliches Interesse an einer priorisierten Impfung in der Gruppe der Seelsorger“ bekunden.

„Keine Bevorzugung“

Auch Polizisten und Feuerwehrleute – um nur diese zu nennen – würden gerne vorgereiht. Von rund 1.700 Polizisten sind derzeit rund 150, die Ordnungsdienst bei Demos leisten, geimpft – die Dosen werden vom Innenministerium zugeteilt.

Die Feuerwehr konnte dem Land pro Wehr 15 Mitglieder (in Summe 3.000) mit besonderer Schutzwürdigkeit melden. „Wir haben die Daten geschickt, aber seither nichts mehr gehört“, sagt Landesfeuerwehrkommandant Alois Kögl. Ohne die freiwilligen Helfer der Feuerwehr wären Corona-Tests nicht möglich, 671 Florianis haben im Dezember und Jänner in den Teststraßen mitgeholfen.

Wie sieht das Land die Causa? Landeschef und Bischof hätten im Rahmen ihrer regelmäßigen Treffen „auch Impfungen für Seelsorger angesprochen, die durch ihren direkten Kontakt mit der Bevölkerung besonders exponiert sind“. Seelsorger gehörten in der Priorisierungsliste des nationalen Impfgremiums des Bundes zur Gruppe III mit „erhöhtem Risiko“. Doskozil und Zsifkovics hätten vereinbart, dass eine interne Liste von Personen erstellt wird, „die innerhalb der Gruppe der Seelsorger überdurchschnittlichem Risiko ausgesetzt“ seien. 100 haben sich gemeldet. Sobald in Gruppe III 70- bis 74-Jährige geimpft seien, kämen die vorgesehenen Berufsgruppen dran und dort zuerst die Personen aus internen Priorisierungslisten. Das sei also „keine Bevorzugung“ vor anderen Gruppen, so Land und Diözese unisono.

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