Chronik | Burgenland
23.01.2013

Geld für Tierschutz kaum vom Land

Das Land investierte 3,8 Millionen € in ein Tierheim im Norden. Im Süden zählt man auf Vereine.

„Es ist eine Katastrophe“, sagt Eva Weidner vom Verein Tierschutz Burgenland in St. Michael, Bezirk Güssing. Ihre Einrichtung ist ziemlich voll, Geld vom Land gibt es keines.

Während zwischen Eisenstadt und Siegendorf das Tierschutzhaus Sonnenhof gebaut wurde – um 3,8 Millionen Euro – gibt es im Süden lediglich Verwahrungsverträge mit privaten Vereinen. „Wir finanzieren uns ausschließlich durch Spenden und Patenschaften“, sagt Weidner.

Geld vom Land habe man auch im Tierasyl International in der Dornau, Bezirk Oberwart, schon länger nicht gesehen. „Wir haben zwar einen Verwahrungsvertrag und bekommen für von der Bezirkshauptmannschaft zugewiesene Tiere Geld vom Land“, sagt der Obmann des Vereins Norbert Marshall.

Eine eigene Einrichtung für den Süden stehe nicht auf der Agenda, heißt es aus dem Büro des zuständigen Landesrates Andreas Liegenfeld, ÖVP. Ein eigenes Tierschutzhaus für den Süden, das vom Land betrieben werde, sei weder wirtschaftlich sinnvoll, noch notwendig.

Fundtiere

Die Verwahrungsverträge mit dem Tierasyl und einer Einrichtung in Draßmarkt laufen gut. Geld für die Tierschützer gibt es nur für Fundtiere, denen kein Besitzer zugewiesen werden kann und beschlagnahmte oder von der Behörde abgenommene Tiere. „Für andere kann das Land die Verantwortung nicht übernehmen. Der Eigentümer haftet in solchen Fällen“, sagt Manfred Cadilek vom Büro des Landesrates. Das Land hat 2013 rund 150.000 Euro für den Tierschutz budgetiert. „Damit werden die Verwahrungsverträge und andere Tierschutzaktivitäten bezahlt“, sagt Cadilek. Sollten die Einrichtungen im Süden voll sein, würde das Tierschutzhaus Burgenland im Norden einspringen. „Wir verstehen uns als Einrichtung fürs ganze Burgenland“, sagt Wolfgang Böck, Leiter des Tierschutzhauses Sonnenhof.

„Das Land braucht uns im Süden. Mit unserer Tierrettung sind wir ständig im Einsatz“, sagt Marschall. Denn bis vom Norden die Hunde jemand abholt, müsse man schon im Süden einspringen. „Wir sind immer gleich zur Stelle.“