Im Kern geht es um St. Martin

Nach 20 Jahren im Amt sagt Franz Kern senior Adieu, der Junior soll als SP-Bürgermeister folgen. Vater und Sohn im KURIER-Gespräch.

Franz Kern. Der Name ist Programm in St. Martin an der Raab. In der dritten Generation wird der Bürgermeistersessel beschickt.

"Das liegt bei uns in der Familie, mein Vater war zwölf Jahre Bürgermeister", erklärt Franz Kern senior im KURIER-Gespräch. Selbst 35 Jahre politisch aktiv, 20 davon als SP-Mann in der ersten Reihe, erfolgte vor Kurzem der geordnete Rückzug.

"Man hat mich zwar gebeten, noch einmal zu kandidieren, aber jetzt ist Schluss. Ich will noch etwas haben vom Leben", sagt der 69-Jährige.

Die Amtsgeschäfte werden übergeben. Mit dem Junior steht schon ein Nachfolger Gewehr bei Fuß, am kommenden Dienstag soll dieser im Gemeinderat (11 SPÖ, 10 ÖVP) offiziell gewählt werden.

Einstellung

"Wichtig ist, Vertrauen aufzubauen. Man darf nichts versprechen, was nicht zu halten ist", gibt er dem Sohnemann mit auf den Weg. "Außerdem sollte man offen sein für neue Ideen, kann auch abkupfern." Die Aufgaben hätten sich im Laufe der Zeit grundlegend geändert, man werde mit vielem konfrontiert, die Gemeinden werden mehr belastet, etwa im sozialen Bereich, erklärt der Alt-Bürgermeister, der die ersten zehn Jahre mit einer ÖVP-Mehrheit zu leben hatte.

Sein designierter Nachfolger habe gute Voraussetzungen, "er ist sehr sozial, auch in seinem Beruf als Polizist. Er bringt die richtige Einstellung mit".

Fußstapfen

Der oben Genannte, seit 2007 Gemeinderat, schätzt die Arbeit seines Vaters: "Er war sehr korrekt, hat alle gleich behandelt. Es hat nie Bevorzugungen gegeben, auch bei Personalentscheidungen hat die Parteizugehörigkeit keine Rolle gespielt. Das Wohl der Gemeinde ist im Vordergrund gestanden."

In diese Fußstapfen wolle er treten, er selbst sei auch jemand, "der nicht drüber fährt", erklärt der 51-jährige Vater dreier Töchter. Druck würde er keinen verspüren, mit Politik sei er aufgewachsen. "Zunächst muss ich mich in die Abläufe einarbeiten. Das ist wie im Job, vieles kommt dann mit der Routine. Es ist gut, jemanden zu haben, den man um Rat fragen kann."

Den Kindergarten-Beitrag sozial nach Einkommen zu staffeln, habe er sich als eine der ersten Amtshandlungen auf die Fahnen geheftet. Zudem sollen Wohnungsbau, die Umrüstung auf Fotovoltaik und der sanfte Tourismus forciert werden.

Die Zielsetzung für die Gemeinderatswahl im Oktober? "Das Mandatsverhältnis zumindest halten, schön wäre auf ein zwölftes ausbauen zu können", betont Franz Kern. Der Junior wohlgemerkt.

( Kurier ) Erstellt am 23.03.2012