Doskozil und die politische Leere

SPÖ-Landeshauptmann Doskozil weicht bei der Herzchirurgie nicht zurück.
Thomas Orovits
Herzchirurgie Oberwart

Hans Peter Doskozil ist auf ganzer Linie gescheitert.

Zumindest was seine Personalpolitik auf höchster Ebene anbelangt. Als Doskozil rund um seine erste Wahl zum Landeshauptmann Anfang 2019 sein rotes Regierungsteam zusammenstellte, sagte er nebenbei sinngemäß: Im Fall des Falles müsste jede und jeder aus dem Team fähig sein, selbst an die Spitze zu treten. Das sei ein wesentliches Kriterium seiner Personalauslese gewesen.

Ob sich der ausgewiesene Machtpolitiker Doskozil tatsächlich ebenbürtige Regierungskolleginnen und -kollegen wünscht, sei dahingestellt – dem Anspruch wird die Regierungsriege aber ohnedies nicht gerecht. Damals nicht und heute noch weniger.

Politische Ausflüge

Aktuell zeigt sich das am gesundheitspolitischen Dauerbrenner „Herzchirurgie Oberwart“, einem – Verzeihung für den Kalauer – Herzensanliegen des Landeshauptmannes.

Zwar wird Doskozil, der nach Entfernung seines Kehlkopfs in Leipzig noch länger rekonvaleszent ist, in seinen Ressorts (u. a. Gesundheit) vom roten Landesrat Leonhard Schneemann und als Landeshauptmann von seiner grünen Vize Anja Haider-Wallner vertreten, aber in der Causa Prima ist von beiden nichts zu sehen oder hören.

Andreas Ochsenhofer, Leiter der Abteilung Innere Medizin I in Oberwart, war es vorbehalten, im ORF Burgenland „den Kurs unseres Landeshauptmannes“ zu verteidigen. Warum nicht der Leiter der Herzchirurgie, Wolfgang Dietl, Rede und Antwort stand und auch keine der zahlreichen kritischen Stimmen aus der Österreichischen Gesellschaft für Herzchirurgie eingeladen war, weiß nur das Landesstudio.

Was tun Doskozils Vertreter derweil? Schneemann eröffnet dieser Tage Pflegestützpunkte (auch eine Idee Doskozils) und präsentiert die digitale Amtstafel. Haider-Wallner besucht den Neophyten-Aktionstag in Bruckneudorf.

Da hüpft einem das Herz vor Freude.

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