Chronik | Burgenland
05.10.2017

Grüne sehen die Verbindung Oberwart-Ungarn am Abstellgleis

Grüne kritisieren Umwidmung der Bahnstrecke von Oberwart nach Friedberg.

In Sachen Bahn hat sich auf der Strecke Oberwart-Friedberg einiges getan. Das Land hat die 25 Kilometer Bahnlinie gekauft. Neben dem Güterverkehr soll hier demnächst das Open Rail Lab starten. Ziel ist die 25 Kilometer als Teststrecke für autonome Züge zu nutzen.

Kritik kommt jetzt von den Grünen. "Durch die Umwidmung von einer Nebenbahn zu einer Anschlussbahn ist der Personenverkehr in weite Ferne gerückt", erklärt Wolfgang Spitzmüller von den Grünen. Er stellt auch das Projekt "Smart Pannonia", das die Bahnverbindung nach Ungarn wiederherstellen soll, in Frage. "Es werden immer Versprechungen gemacht und dann nichts umgesetzt", erklärt Spitzmüller.

"Smart Pannonia"

Das Land hat angekündigt mit Hilfe von EU-Mitteln den Personenverkehr zwischen Oberwart und Szombathely wieder aufzunehmen. Das rund 90 bis 95 Millionen Euro teure Projekt fand auch Aufnahme in den Investitionsplan zur Konjunkturbelebung von EU-Kommissionspräsident Claude Juncker. Eine IHS Studie bescheinigte dem Projekt dabei eine besondere Rentabilität.

"An dem Projekt Smart Pannonia wird gearbeitet", erklärt Andreas Reiner, Geschäftsführer der Verkehrsinfrastruktur Burgenland VIB. Auf der vom Land gekauften Strecke sei Personenverkehr kein Thema. Hingegen würden verschiedene Varianten des öffentlichen Verkehrs betrachtet werden. "Eine Umsetzung steht mittelfristig nicht im Raum", sagt Reiner.

"Open Rail Lab"

Die Kritik von den Grünen wegen der Nebenbahn könne er nicht verstehen. "Eine Anschlussbahn ist für uns wichtig, weil wir fast ein Drittel der Kosten sparen", sagt Reiner. Für das Projekt Open Rail Lab, bei dem Universitäten und Unternehmen an autonomen Zügen arbeiten, seien nur so die Rahmenbedingungen für die Teststrecke realisierbar. Fünf Millionen Euro sollen jährlich dafür zur Verfügung gestellt werden. "Bis der erste autonome Zug unterwegs ist, wird es noch dauern", so Reiner. Verhandelt wird laut Reiner auch wegen dem Kauf der Strecke bis nach Großpetersdorf: "Ich rechne mit einem Ergebnis in den nächsten Monaten."