Philip Juranich als Abgeordneter angelobt und ein "Na bumm" Haider-Wallners
Der burgenländische Landtag ist seit Donnerstag jünger, ein bisschen zumindest. Der 34-jährige Philip Juranich aus dem Bezirk Oberpullendorf wird gleich zu Beginn der Landtagssitzung von Landtagspräsidentin Astrid Eisenkopf (SPÖ) als Mandatar angelobt.
Juranich übernimmt das Mandat des bisherigen Grünen-Klubchefs Wolfgang Spitzmüller (56), der voraussichtlich bis Jahresende ausfällt. Spitzmüller, seit 2014 im Landtag, muss sich wegen einer Erkrankung des Knochenmarks einer aufwendigen Therapie samt Klinikaufenthalt unterziehen (der KURIER hat berichtet). Den Klubvorsitz hat er an Margit Paul-Kientzl abgetreten.
Das jüngste Mitglied des Landtags ist der Neo-Mandatar aber mitnichten. Fabio Halb (1997, SPÖ) und Thomas Grandits (1993, FPÖ) sind noch jünger als der Grüne. Erstmals zu Wort kommt Juranich in der einleitenden Fragestunde, in der seine Chefin, LH-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner Rede und Antwort steht. Der innerparteiliche Smalltalk dreht sich um den "Managementplan" des Landes zur Bekämpfung gebietsfremder Pflanzen (Neophyten).
Zuvor war die für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz zuständige Grüne von ÖVP-Klubobmann Bernd Strobl zum Thema Asbest befragt worden. Strobl wollte wissen, wann die burgenländische Bevölkerung "Klarheit" bekomme, welche Gefahr für die Bevölkerung nach den Asbestfunden der letzten Monate bestehe.
Haider-Wallner verwies auf die laufenden Messungen durch die Taskforce des Landes und anhängige Verfahren und überraschte mit einem Bekenntnis. Als sie zum ersten Mal von den Funden gehört hat, habe sie gedacht "na bumm".
Mit der Einsetzung der Taskforce habe das Land aber rasch mit seriöser, wissenschaftlich fundierter Aufarbeitung begonnen. Die Politik sei "auf Expertinnen und Experten angewiesen", so die Spitzenpolitikerin.
Das scheint nicht immer unproblematisch, denn Haider-Wallner meinte mit Blick auf die Ausführungen des Taskforce-Mitglieds Uni-Prof. Frank Melcher von der Montanuniversität Leoben auch, dass sie ob des schieren Wissens des Geologen "nach dem dritten Satz" aussteige. Mit Greenpeace, das die Asbest-Debatte angefacht hatte, sei sie "weder verwandt noch verschwägert", so die LH-Stellvertreterin.
Die Landtagsabgeordneten können heute noch nicht aussteigen, neben den 13 Tagesordnungspunkten sind auch zwei Dringlichkeitsanträge zu behandeln, die FPÖ macht sich für Jugend am Werk im Südburgenland stark, die SPÖ für die beste Gesundheitsversorgung.
Entschuldigt sind LH Hans Peter Doskozil (SPÖ) und die Mandatare Norbert Hofer (FPÖ) und Patrik Fazekas (ÖVP).
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