Großpetersdorf: Wolfgang Tauss neuer Ortschef

Sesselrücken vor der Gemeinderatswahl. Tauss folgt Winfried Kasper nach, Altlandesrat Josef Tauber wurde 2. Vize.

Am Montagabend gab es bei der Gemeinderatssitzung im alten Kino in Großpetersdorf deutlich mehr Zuschauer als die 25 Gemeinderäte. Zusätzliche Stühle mussten aufgestellt werden, damit alle Besucher hier einen Platz fanden.

Das Interesse der Großpetersdorfer kam nicht von ungefähr. Galt es doch einen neuen Bürgermeister und einen 2. Vizebürgermeister zu wählen. Erwartungsgemäß wurde Wolfgang Tauss von der SPÖ mit 14 Stimmen zum Bürgermeister gewählt, 11 Stimmen entfielen auf VP-Vizebürgermeister Hans Peter Werderitsch.

Im Gemeinderat lautet das Stimmenverhältnis 15 SPÖ : 10 VP. 2010 trat Günter Ranftl von der SPÖ aus und sitzt seither für die Grünen im Gemeinderat.

Danach erfolgte die fraktionelle Wahl der SPÖ für den 2. Vizebürgermeister. Dabei entfielen von den 15 Stimmen – auch Ranftl wählte mit – 15 auf Altlandesrat Josef Tauber, 71. „Ich habe mich nur bereit erklärt zu kandidieren, weil es meine Fraktion ausdrücklich wünschte und stehe meiner Fraktion bis zum Ende dieser Legislaturperiode am 7. Oktober zur Verfügung“, erklärte Politfuchs Tauber.

Ergebnis halten

Wolfgang Tauss folgt damit Winfried Kasper nach, der 19 Jahre lang Bürgermeister in Großpetersdorf war. An der Gemeinderatssitzung selbst nahm Kasper nicht teil.

Für Wolfgang Tauss ist das primäre Ziel die 15 Mandate bei der kommenden Gemeinderatswahl zu halten. Was nicht einfachen werden dürfte, da man in Großpetersdorf diesmal fix mit einem Antreten der FPÖ und auch der Grünen rechnet.

Seitens der ÖVP bescheinigt Vizebürgermeister Hans Peter Werderitsch sowohl Tauss als auch Tauber persönliche Integrität, wenn er es sich auch nicht verkneifen kann zu bemerken, dass „Tauber nicht gerade ein Signal der Erneuerung für Großpetersdorf“ sei.

Netzwerke

Josef Tauber selbst will sich verstärkt für die Einheit

der SPÖ in Großpetersdorf einsetzen und seine alten Netzwerke aktivieren, um den Betrieben zu helfen und möglicherweise auch neue in den Ort zu holen. Angesprochen auf seine 71 Jahre meinte er nur: „Es kommt nicht auf das Alter an, sondern darauf wie man sich fühlt.“ Und er dürfte sich durchaus noch jung fühlen.

Pflegeheim: Abstimmung am 11. März

Beschlossen wurde in der Gemeinderatssitzung auch der Termin für die Volksabstimmung über das Pflegeheim im GIP. Sie soll am 11. März über die Bühne gehen.

Wie berichtet, plant die SPÖ das Hotel GIP zu einem Alten- und Pflegeheim umzubauen. Dazu gibt es auch eine Tagsatzvereinbarung über 29 Betten mit dem Land.

Die ÖVP ist zwar auch für die Errichtung eines Alten- und Pflegeheimes, zweifelt aber die Sinnhaftigkeit des Standortes GIP an und sammelte genügend Unterschriften, um eine Volksabstimmung zu erreichen.

„Sollte die Bevölkerung den Standort GIP ablehnen, dann muss die Gemeinde sofort in Verhandlungen mit dem Land über einen neuen Standort eintreten. Die Position des Landes, die Tagsatzvereinbarung gelte nur für das GIP, ist nicht haltbar“, stellt VP-Vizebürgermeister Hans Peter Werderitsch fest.

Bürgermeister Tauss präferiert nach wie vor das GIP, sollte die Bevölkerung jedoch anders entscheiden, müsse man eine neue Lösung suchen.

 

 

( Kurier ) Erstellt am 18.01.2012