© ROLAND PITTNER /Roland Pittner

Chronik Burgenland
12/05/2011

Großpetersdorf: Pflegeheim kommt ins GIP

Gemeinderat hat knapp entschieden. ÖVP tritt weiter für einen kompletten Neu- statt Umbau des Heimes ein.

von Peter Sitar

Im Gemeinderat von Großpetersdorf wurden Fakten geschaffen. In der vergangenen Sitzung wurde der Umbau des gemeindeeigenen Hotels GIP in ein Pflegekompetenzzentrum (PKZ) beschlossen. Und zwar mit 11:10 Stimmen (Im Gemeinderat steht es 14: SP: 10 VP:1 Grüne). Die ÖVP läuft dagegen Sturm und fordert den kompletten Neubau eines Seniorenheims.

Seit geraumer Zeit wird darüber in Großpetersdorf heftig verhandelt und gestritten - der KURIER hat berichtet. Die Gemeinde hat vom Land die Zusage für eine Tagsatzvereinbarung für 29 Betten. Betreiber des PKZ wird der Arbeiter-Samariterbund sein.

Die Gemeinde selbst betreibt das Hotel GIP, das ein Verlustbringer ist. SP-Bürgermeister Winfried Kasper: "Wir schießen da jährlich bis zu 200.000 Euro zu." Das Gebäude selbst gehört der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG).

Mieteinnahmen 

Der Umbau in ein Pflegekompetenzzentrum wird die Gemeinde an die zwei Millionen Euro kosten - darin enthalten sind die Umbauinvestitionen und die sogenannte Ersteinrichtung des PKZ. Diese Ausgaben will die Gemeinde später mit den Mieteinnahmen vom Arbeiter-Samariterbund (ASB) abdecken.

Wenig Freude mit der nun beschlossenen Vorgangsweise hat die ÖVP. Ortsparteiobmann Stefan Zlatarits: "Wir wollten einen kompletten Neubau des Pflegekompetenzzentrums an einem anderen Standort. Ebenerdig und mit viel Grün." Außerdem sollte das Hotel als solches erhalten bleiben. Nach Umstrukturierungen im Jahr 2009 sei dort wieder eine positive Entwicklung feststellbar.

Bürgermeister Kasper: "Die ÖVP hat immer verlangt, dass mit dem GIP etwas geschehen muss und jetzt passt ihr das auch nicht." Mit dem Umbau soll Anfang nächsten Jahres begonnen werden. Die Bauzeit wird auf zwölf bis 15 Monate geschätzt. Das PKZ wird über 34 Betten verfügen. Nach dem Umbau bleibt eine Restfläche von rund 1000 Quadratmetern. Die müsste die Gemeinde vermieten oder einen bescheidenen Hotelbetrieb weiterführen. "Das ist noch nicht entschieden", erklärt Bürgermeister Kasper.