Nächster Wechsel in der Gesundheit Burgenland
Die Gesundheit Burgenland hat seit 1. Mai einen neuen Mann an der Spitze. Der Tiroler Florian Schlechtleitner wurde zum Chief Executive Officer (CEO) bestellt. Er hat am Tag der Arbeit die kaufmännische Geschäftsführung von Franz Öller übernommen und wird außerdem mit einer „erweiterten Gesamtverantwortung“ ausgestattet, hieß es am Montag in einer Aussendung der Landesholding, deren Tochter die Gesundheit Burgenland ist.
Da wie dort ist Landeshauptmann und Gesundheitsreferent Hans Peter Doskozil (SPÖ) Aufsichtsratsvorsitzender. Es gab 18 Bewerbungen, zufällig so viele wie bei der Kür Öllers vor drei Jahren.
Als Sprecher der Geschäftsführung ist Schlechtleitner nun die Nummer eins. Uni-Professor Stephan Kriwanek bleibt medizinischer Geschäftsführer (Chief Medical Officer, CMO). Betriebswirt Öller, der zuvor Manager einer Gesundheitsholding im Salzburger Pinzgau war, bleibt im Burgenland und leitet künftig die Gesundheitsservice Burgenland GmbH.
Insbesondere soll sich Öller um den Ausbau „der ambulanten Versorgung im Burgenland mit vorgelagerten Einheiten vor jeder Klinik“ kümmern.
Containerordinationen
Dabei handelt es sich um Akutordinationen, die in den Abendstunden allgemeinmedizinische Versorgung bieten, wenn Hausärzte ihre Praxen geschlossen haben. Meist sind die Akutordinationen in Containern vor den Spitalsstandorten untergebracht.
Ausgeschrieben wurden vor Weihnachten zwei Funktionen, CEO und COO (operativer Geschäftsführer). Am vergangenen Dienstag hat der KURIER in der Landesholding zum Stand der Dinge nachgefragt. „Die Entscheidung wird demnächst getroffen und kommuniziert“, lautete die Antwort. Die Entscheidung muss demnach zwischen Dienstag und Donnerstag gefallen sein, wenn Schlechtleitner sein Amt am Freitag angetreten hat. Den COO gibt es nun gar nicht.
Privatkliniken
Zuletzt war der 39-jährige Schlechtleitner seit 2023 bei der Mavie Med Privatkliniken GmbH in Wien als IKT-Geschäftsführer beschäftigt und kümmerte sich um die Themen „Vernetzung, Harmonisierung und digitale Transformation“. Schlechtleitner hat an der Universität Klagenfurt einen Abschluss in „Management in Information and Business Technologies“ und an der Fachhochschule Burgenland in „Projekt- und Prozessmanagement“. Für Schlechtleitner bietet das Burgenland „einzigartige Möglichkeiten, die Gesundheitsversorgungslandschaft aktiv und zukunftsorientiert zu gestalten“.
Der nach seiner Kehlkopfentfernung in Leipzig noch rekonvaleszente Doskozil zeigte sich per Aussendung „überzeugt, dass wir mit Schlechtleitner den idealen CEO gefunden haben, der das Gesundheitssystem im Burgenland ganz im Sinne der Patientinnen und Patienten weiterentwickelt“.
Kurze Verweildauer
In den vergangenen Jahren war Top-Managern der Krankenanstaltengesellschaft des Landes, die mittlerweile Gesundheit Burgenland heißt, keine lange Amtsdauer beschieden. Seit 2014 ist jeder Geschäftsführer entweder vorzeitig gegangen oder er wurde gegangen.
Schlechtleitners Vorgänger Öller hat sein Amt erst im Dezember 2023 angetreten. Der Grazer folgte damals dem Salzburger Hubert Eisl, dessen vorzeitige Trennung von der Krankenanstaltengesellschaft einvernehmlich war. Der Fünfjahresvertrag ist in der Landesgesellschaft schon länger mehr Wunsch als Wirklichkeit.
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