© Burgenland Tourismus/Peter Burgstaller

Chronik Burgenland
06/13/2020

Gesucht: Ex-Tourismuschef Gerhard Gucher reloaded

Seit Freitag wird ein Nachfolger des vorzeitig abgelösten Geschäftsführers Hannes Anton gesucht

von Thomas Orovits

Seit Freitag steht die Ausschreibung im Landesamtsblatt ganz oben: Das Land sucht einen neuen Geschäftsführer für die Burgenland Tourismus GmbH. Bis 13. Juli können Interessenten ihre Unterlagen beim Beteiligungsmanagement im Landhaus abgeben, auch Personalberater Arthur Hunt ist eingeschaltet. Bestellt wird der neue Tourismuschef oder die -chefin von der fünfköpfigen roten Alleinregierung unter LH Hans Peter Doskozil, zu dessen Ressorts der Tourismus gehört. Amtsantritt soll im September oder Oktober sein. Der Vertrag läuft fünf Jahre, vom Salär steht nichts in der Ausschreibung. Sehr weit unter einem Landesratsgehalt (ca. 14.000 Euro brutto) wird es nicht liegen. Jeder 5. Arbeitsplatz im Burgenland hängt direkt oder indirekt an der Freizeitwirtschaft.

Gefordert werden u. a. langjährige Erfahrung im Event- oder Tourismusmanagement, im Aufbau neuer Geschäftsmodelle, Kenntnisse in Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaft, Projektmanagement sowie Englisch und idealerweise Kenntnis weiterer Fremdsprachen. Vieles von dem hat auch der bisherige Geschäftsführer Hannes Anton mitgebracht, dessen Vertrag noch bis Sommer 2022 gelaufen wäre. Einen „Makel“ konnte er damit aber nicht wettmachen. Der gebürtige Kärntner Anton, FPÖ-Landtagsabgeordneter in der Nach-Haider-Ära von 2009 bis 2014, war an die Spitze des Burgenland Tourismus gekommen, als Alexander Petschnig FPÖ-Landesrat war.

So schlecht kann die fachliche Arbeit Antons – er bleibt bis zur Bestellung seines Nachfolgers im Amt und bekommt dann einen anderen Vertrag – nicht gewesen sein, wurde er doch postwendend dazu auserkoren, die „Dachmarke Burgenland“ zu entwickeln und zu vermarkten. Fast alle anderen, die auf einem blauen Ticket zum Burgenland Tourismus gekommen waren, mussten ihn mittlerweile schon wieder verlassen. Neben Anton konnte sich nur Franz-Josef Kappel, früherer Pressesprecher von Ex-LH-Vize Hans Tschürtz, an Bord halten.

Antons Nachfolger wird mit ihm gut zusammenarbeiten müssen, denn die künftige Dachmarke soll die Säulen des touristischen Angebots – Wein, Kultur, Kulinarik, Sport und Wellness – vereinen. Derzeit arbeiten unter Antons Anleitung zwei Agenturen an der Dachmarke; im Herbst könnte sie präsentiert werden und Produkten, Dienstleistungen und Betrieben als „Gütesiegel“ dienen. Voraussetzung ist, dass diese bestimmte Qualitätskriterien erfüllen. Wo Burgenland draufsteht, soll nur Burgenland drin sein. Das Ziel: Bessere Identifikation des Landes im nationalen und internationalen Wettbewerb um Gäste und Konsumenten.

Anton ist optimistisch, dass die 2012 erstmals in Angriff genommene Dachmarke diesmal kein Luftschloss bleibt. Warum? „Die Zeit ist reif dafür“.

Auch in anderer Hinsicht gibt es eine Brücke: Die von der SPÖ angepeilte Novellierung des Tourismusgesetzes soll auch eine weitere Reduktion der regionalen Tourismusverbände bringen, was Anton immer propagiert hat. Statt bisher 15 plus zwei Kurverbände in Bad Tatzmannsdorf und Bad Sauerbrunn, soll es künftig drei Verbände geben – Nord, Mitte, Süd. So lautet zumindest der Wunsch der Politik, um die Schlagzahl zu erhöhen.

Das wünscht sich auch Gerhard Gucher, neuer Aufsichtsratschef der Tourismus GmbH. Gucher war von 1998 bis 2010 selbst Chef der Tourismusgesellschaft; einen „Gucher reloaded“ sucht man offenbar. Seit 1998 war übrigens kein Tourismuschef mehr aus dem Burgenland – Gucher ist wie Anton Kärntner, Mario Baier (2010-2017) Vorarlberger. Entscheidend sei Qualifikation, nicht Herkunft, betont das Land.

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