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Junges Wohnen
07/13/2013

Genossenschaft bietet günstige Startwohnungen

Die Nachfrage nach Wohnraum steigt. Das Land hilft bei Gründung des eigenen Haushaltes.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Als er die Matura in der Tasche hatte, war für Martin Giefing klar, dass er „schnell eigenständig sein möchte“. „Ich wollte aber nicht den hohen Genossenschaftsanteil für eine Wohnung zahlen“, erklärt der 22-Jährige. Ein Angebot der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) kam Martin Giefing gelegen. Für fünf Euro pro Quadratmeter mietet er eine der zwölf Einheiten von „Jungem Wohnen“ in Neudörfl. Nun baut die OSG weitere Startwohnungen in Illmitz, Draßburg, Markt St. Martin, Rechnitz, Neustift und Jennersdorf.

Bei einem „Jugendfrühstück“ informierten Landeshauptmann und Wohnbaureferent Hans Niessl (SPÖ) sowie OSG-Geschäftsführer Alfred Kollar am Freitag Interessierte im Kulturzentrum Eisenstadt über leistbares Wohnen. „Früher, als ich so jung war wie ihr, war das Burgenland das Land der Häuslbauer“, sagt Niessl. Die Zeiten hätten sich aber geändert. Vor einigen Jahren suchten noch etwa 1000 Burgenländer pro Jahr um Förderungen für den Hausbau an, jetzt sind es etwa die Hälfte.

Mietpreise

Gestiegen ist hingegen die Nachfrage nach Wohnungen, so Kollar. Obwohl die Mietkosten im Burgenland in den vergangenen Jahren konstant gestiegen sind, habe man dennoch die niedrigsten aller Bundesländer. Damit die Mieten nicht „davongaloppieren“, müsse man bei der Kostenseite angreifen. „Man muss ja nicht alles haben. Nicht jeder braucht bei seiner Wohnung auch einen Tiefgaragenparkplatz.“

Deshalb habe die OSG ein Wohnungskonzept entwickelt, das bei einer Wohnnutzfläche von 55m² eine Monatsmiete von unter 400 Euro möglich mache. Förderungen gibt es vom Land.

Auch bei der ÖVP stünden günstige Start-Up Wohnungen für Jugendliche, betreutes Wohnen für Ältere und die Mobilisierung von Bauland im Fokus, sagt Wohnbaureferent Werner Gradwohl. Von einer eigenen Widmungskategorie „sozialer Wohnbau“ hält er wenig. Das führe zu einer „Gettoisierung von Sozialschwachen“.

Faktum ist, dass die Nachfrage nach Wohnraum in Zukunft steigen wird. Laut einer Studie des Österreichischen Institutes für Raumplanung werde es im Nordburgenland 2025 um 25.000 Einwohner mehr geben. Vor allem Grundstücke bzw. Wohnungen in den Bezirken Eisenstadt und Neusiedl am See werden immer mehr gefragt. Das mache sich auch bei den Grundstückspreisen bemerkbar, sagt Harald Schermann, Sprecher der Wirtschaftskammer Burgenland. „Der Speckgürtel rund um Wien wird immer breiter. Gefragt sind vor allem Gemeinden mit einer guten Verkehrsanbindung.“ Da könne es vorkommen, dass ein Grund in Neusiedl 500 Euro pro m² kostet (siehe Zusatzbericht).

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