Chronik | Burgenland
04/14/2019

Gemüsespezialitäten im Glas vom Prinzen

Hagenauer hält Tradition hoch und will Bauern und Kunden Gusto auf regionales Gemüse machen

Vom Feld bis ins Glas – Jürgen Hagenauer kennt die Furchen des Seewinkels, wo die Pfefferoni gesät werden. Er kümmert sich um seine Landwirte, baut Versuchsfelder an und hält die Tradition des Gemüseanbaus hoch. „Ohne die Bauern geht es nicht“, sagt der Unternehmer. Denn einfach ist das Geschäft mit Essiggurkerln, Pfefferoni und anderen Gemüsearten nicht. Doch im Moment liegen das Einmachen und die Regionalität voll im Trend. Und Letztere spricht schon lange für den Gurkenprinz.

Wurzeln

Seine Wurzeln hat Hagenauer in Markt Allhau, wo auch sein landwirtschaftlicher Betrieb ist. Schon in den 1970-er Jahren habe die Familie den Gemüseanbau organisiert. Gemeinsam mit dem Wiener Traditionsunternehmen Staud wurde die Ware verarbeitet. 1995 übernahmen Hagenauer und Staud die Genossenschaft und gründeten die Südobst Obst- und GemüseveredelungsgmbH.

Essiggurkerl, Pfefferoni und andere Raritäten gedeihen eher im Seewinkel, deshalb hat er dort seine Felder. „Das Klima und die Grundvoraussetzungen sind im Norden ideal“, sagt Hagenauer. Mit der Marke „Gurkenprinz“ startete das Unternehmen durch und wurde bekannt. Die Gläser mit den Gemüsespezialitäten und dem Prinzen sind heute in vielen Supermärkten und Delikatessen-Läden zu finden. „25 Prozent unserer Produktion exportieren wir ins Ausland – vor allem in unsere Nachbarländer, aber auch nach Kanada“, sagt Hagenauer.

 

Trotzdem ist die Regionalität heute wichtiger denn je. „Als wir begonnen haben, hat es die Kunden noch nicht so interessiert wie heute“, sagt Hagenauer.

Er hält an der Produktion in Österreich fest und will wieder eine eigene „Kultur“ für das heimische Gemüse schaffen. „Ein gutes Lebensmittel darf auch was kosten“, sagt der Landwirt. Derzeit beginnt die Produktion von Bio-Gurkerln im Seewinkel. „Es sind familiäre Betriebe, wo die ältere Generation noch das Wissen der Gurkerl-Produktion hat und das wird an die Jungen weitergegeben“, sagt Hagenauer. Trotz der Knochenarbeit konnte er schon einige Bauern überzeugen, zurück zu den Wurzeln zu gehen. So würden Traditionen bewahrt und durch die jungen Landwirte frische Zugänge gefunden. „Für den Handel muss klar sein, es ist etwas besonderes und nur begrenzt verfügbar“, sagt Hagenauer.

Herausforderungen

Was früher nur in Griechenland wuchs, kann jetzt auch im Seewinkel gedeihen – Grund ist der Klimawandel. Was die Landwirte auch vor neue Herausforderungen stellt. „Bei der Bewässerung versuchen wir heuer erstmals mit einer Fotovoltaikanlage zu arbeiten, statt mit einem Dieselgenerator“, sagt Hagenauer. Auch im Handel hat er seine Nische gefunden. „Wir müssen uns nicht mit der Türkei messen, die Pfefferoni um drei Cent pro Glas nach Österreich bringt“, sagt der Unternehmer. Sauer eingemachtes Gemüse aus dem Burgenland liege im Trend. Er hofft noch auf weitere mutige Partner, die in die Gemüseproduktion einsteigen. „Unsere Produkte werden gern gegessen“, sagt Hagenauer. Wichtig sei die Transparenz, „die Leute sollen nicht nur sehen, was im Glas ist, sondern auch wo es herkommt und wie es hergestellt wurde“, erklärt der Unternehmer. www.gurkenprinz.at