© Burgenland Tourismus/Birgit Machtinger

Chronik Burgenland
05/30/2021

Die Seegemeinden rüsten touristisch auf

Nachdem der Inlandstourismus am Neusiedler See im Sommer 2020 eine Renaissance erlebt hat, wollen die Urlaubsdestinationen im Landesnorden heuer mit innovativen Angeboten nachlegen

von Paul Haider, Roland Pittner

Steht man inmitten der neuen Familien-Erlebniswelt im Podersdorfer Strandbad, dann wäre man nur zu gerne noch einmal Kind. Seit voriger Woche sind die Spiele auf der sieben Meter hohen Seerose (der längsten durchgehenden Motorikstrecke Österreichs) und der gewaltigen Sand-Großbaustelle eröffnet.

Zwei Millionen Euro hat sich die Gemeinde den riesigen Spielplatz mit seinen aus Holz gefertigten Attraktionen kosten lassen. Die Familienerlebnis-Welt ist dabei nur eine von vier Etappen in der Kompletterneuerung des 2,5 Kilometer langen Strandbereichs. Bis 2024 fließen zehn Millionen Euro in den Urlaubs-Hotspot für Familien und Wassersportler.

Die kostspieligen Investitionen in Podersdorf stehen exemplarisch für eine touristische Aufrüstung, die in den Gemeinden rund um den Steppensee derzeit stattfindet. Einen neuen Spielplatz gibt es jetzt zum Beispiel auch in Breitenbrunn. Der ist zwar kleiner als der Podersdorfer Action-Park; auf 300 Quadratmetern schlagen Kinderherzen aber auch hier dank klassischer Spielgeräte und Motorik-Elementen höher.

Umwälzungen am Strand

Seitdem die Esterhazy Betriebe 2019 die Verwaltung des Strandbades übernommen haben, wurden weitreichende Maßnahmen gesetzt. Die Esterhazys wollen dabei mit einem naturnahen Konzept in Einklang mit Natur-, Wasser und Landschaftsschutz punkten, wie Sprecherin Leonara Skala gegenüber dem KURIER betont. Weniger Einklang herrscht derzeit mit den Eigentümern von 80 Mobilheimen am Camping-Areal, deren Mietverträge am 31. Oktober auslaufen und nach aktuellem Stand nicht verlängert werden sollen.

Glamping am See

Am Breitenbrunner Campingplatz wollen die Esterhazy Betriebe in Zukunft mit dem neuen „Glamping“-Angebot Gäste anlocken, die auch im Wohnwagen Wert auf Komfort legen – und sich diesen etwas kosten lassen: Für knapp 200 Euro pro Nacht kann man in der Hauptsaison in einem der sechs „Astella“-Wohnwägen das Camping am See von seiner luxuriösen Seite kennenlernen.

Aber auch im klassischen Hotelsektor werden rund um den Neusiedler See neue Angebote geschaffen. In Andau baut Winzer Erich Scheiblhofer gerade an seinem „Resort“. Im kommenden Sommer bleibt die Anlage mit 115 Zimmern aber noch unbewohnt, die Bauarbeiten dürften sich noch bis in den Winter hinein ziehen.

Noch länger wird es dauern, bis man im trendigen neuen Hotel in Weiden am See eines der voraussichtlich 120 Betten buchen kann. Das „Seehaus“ mit seiner begrünten Holzfassade wird für fast 16 Millionen Euro im Eck zwischen Seebad und Hafen errichtet und soll ab 2023 trendbewusste Urlauber anlocken.

Naturbewusste Gäste

Die neuen Tourismusprojekte spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, die Aufenthaltsdauer der Gäste in Zukunft zu verlängern.

Auch die Neusiedler See Tourismus Gesellschaft (NTG) hat sich zum Ziel gesetzt, die Touristen länger in der Region zu halten und somit besonders auch Nächtigungsgäste zu erreichen. „Wir sprechen Gäste mit den vielfältigen Themen der Region wie Familie, Radfahren, Wein, Kulinarik, Kultur, Wellness, Trendsport oder Natur an – wobei das ganze mehr als die Summe seiner Teile ist“, erklärt dazu NTG-Geschäftsführer Stefan Schindler im Gespräch mit dem KURIER.

Nachdem der starke Sommertourismus mancherorts die Bilanz im turbulenten Jahr 2020 gerettet hat, will man heuer auch neues Publikum aus den Bundesländern sowie aus den internationalen Zielmärkten aktivieren, so Schindler. Gästen, die die einzigartige Naturlandschaft im Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel erleben wollen, liegt auch das Thema Umweltschutz am Herzen. Hier hakt die NTG mit einer Innovation ein: Die „Neusiedler See Card“, die unter anderem den Zutritt in alle Seebäder ermöglicht, gibt es heuer testweise auch in digitaler Form und aus Karton statt Plastik.

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