Statistik zeigt: Nirgends sonst gibt es so viele Geisterfahrer

Die Fürstenfelder Schnellstraße ist Geisterfahrer-Rekordstrecke. Die Asfinag ist alarmiert und überprüft den Streckenabschnitt.
Eine Autobahnauffahrt mit Verkehrszeichen, Ampeln und einem Auto ist zu sehen.

Von Gernot Heigl

Erschreckender Rekord für die erst im vergangenen Jahr komplett eröffnete S7 (Fürstenfelder Schnellstraße): Gemessen an der Gesamtlänge hat der Streckenabschnitt zwischen der A2 bei Riegersdorf und der Staatsgrenze bei Heiligenkreuz nämlich die höchste Anzahl an Geisterfahrern unter allen österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen.

Zum Glück noch kein Unfall

Somit nimmt die S7 mit ihren knapp 30 Kilometern im Straßenranking der Ö3-Geisterfahrerstatistik 2025 den traurigen ersten Platz ein. Zudem ist die Zahl der gemeldeten "Falschfahrer" im Vergleich zu 2024 von sieben auf acht Meldungen gestiegen. Glücklicherweise ist es bis dato noch zu keinem Unfall gekommen.

"Wir sind zwar für so ein Schreckensszenario ausgerüstet und haben das auch geübt, speziell im Bereich des Tunnels, hoffen aber, dass es nie zu so einem Einsatz kommen wird", heißt es unisono bei Polizei, Rettung und Feuerwehr.

Was sind die Ursachen?

Die Ursachen für Geisterfahrten auf der Fürstenfelder Schnellstraße sind zwar nicht restlos geklärt, dürften aber großteils auf Lenker zurückzuführen sein, die auf der Fahrbahn umgedreht haben und zurückgefahren sind, heißt es aus Kreisen der Exekutive. Möglicherweise kam es zu missverstandenen Anweisungen vom Navi.

Seitens der Asfinag ist man alarmiert. Man glaube zwar, dass man zur Verhinderung von Geisterfahrern alles gemacht hat, will sich den Abschnitt aber nochmals anschauen. Sicherheitsexperte Bernhard Lautner: "Wir überprüfen Beschilderungen und Bodenmarkierungen und werden gegebenenfalls Verbesserungen vornehmen."

Der Faktor Mensch

"Vielleicht lässt sich auch baulich etwas nachschärfen", ergänzt Asfinag-Sprecher Walter Močnik: "Aber die besten Maßnahmen stoßen an ihre Grenzen, wenn der Faktor Mensch das Steuer übernimmt."

Burgenlandweit kam es 2025 zu insgesamt 16 registrierten Geisterfahrern. Das ist um eine Meldung weniger als im Vergleich zu 2024, liegt aber über dem langjährigen Durchschnitt von 12,5.

Als Höchstwert sind in der Statistik im Jahr 2022 insgesamt 21 Falschfahrer ausgewiesen, der tiefste Wert findet sich mit 5 im Jahr 2009.

Österreichweit zwei Todesopfer

Tragischerweise gab es vergangenes Jahr in Österreich insgesamt 13 Geisterfahrerunfälle mit zwei Todesopfern und 17 teils schwer verletzten Personen. Die Anzahl der Falschfahrer stieg um 6,3 Prozent auf insgesamt 425. Spitzenmonat mit 47 Falschfahrern ist der Oktober 2025, an Sonntagen gab es die meisten Sichtungen (72).

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