Chronik | Burgenland
02/14/2019

„Geheimgespräch“ über Flugplatz war nur eines von mehreren

Befürworter setzen große Hoffnungen in Minister Norbert Hofer. Gegner fordern „Züge statt Flüge“.

Die „Geheimgespräche“ über ein mögliches Flugplatz-Projekt zwischen Oberwart und Riedlingsdorf waren nicht die ersten ihrer Art. Wie KURIER-Recherchen ergaben, soll es schon zu „mindestens zwei bis drei weiteren diesbezüglichen Gesprächen“ gekommen sein. Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen war darüber hinaus zu erfahren, dass die Verantwortlichen die Amtszeit von Verkehrsminister Norbert Hofer nützen wollen, um das Projekt umzusetzen.

Dieser winkt auf KURIER-Anfrage zunächst ab. Laut Hofers Pressesprecher sei der Bund bei diesem Projekt nicht eingebunden, offene Fragen wie Baugenehmigungen müssten vom Land beantwortet werden. „Generell begrüßt Norbert Hofer aber Initiativen für den Ausbau von Verkehrsinfrastruktur“, heißt es weiter.

Land hat keine Infos

Auch das Land übt sich vorerst in Zurückhaltung: „Solange uns keine konkreten Informationen vorliegen, kommentieren wir das Projekt nicht“, heißt es aus dem Umfeld des Landeshauptmanns. Ebenso bedeckt halten sich Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner, sein Oberschützer Amtskollege Hans Unger (beide ÖVP) sowie Riedlingsdorfs Vizebürgermeister Gerald Radasits (SPÖ).

Die aktuelle Diskussion ins Laufen gebracht hatte Reinhard Jany (ÖVP), Vizebürgermeister von Oberschützen. Nach dem jüngsten „geheimen“ Gespräch ging er mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit. Darin warnt er vor „Fluglärm und einer Beeinträchtigung der Lebensqualität“ und fordert eine Volksbefragung in den betroffenen Gemeinden.

Unterstützung erhält Jany von den Grünen, deren Landesausschuss sich geschlossen gegen das Projekt stellt. „Wir fordern Züge statt Flüge für das Südburgenland“, sagt Landtagsabgeordneter Wolfgang Spitzmüller und ruft auf, die Petition auf der Plattform www.openpetition.eu zu unterstützen. Bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe hatten das etwas mehr als 200 Personen getan.

Unterstützung für ein allfälliges Projekt im Südburgenland kommt von der Punitz Flugbetrieb GmbH., die auf dem Flugfeld in Punitz eine "Flugschule für die Ausbildung vom Fußgänger bis zum Linienpiloten betreibt", wie Geschäftsführer Reinhard Kremsner sagt. Er ist der Meinung, dass „die Region einen größeren Flugplatz braucht, das würde mehr Betriebe anziehen. Davon würden die Bezirke Oberwart bis Jennersdorf sowie die steirischen und ungarischen Nachbarregionen profitieren.“

Fakt ist, dass ein großer Teil der infrage kommenden Fläche zwischen Oberwart und Riedlingsdorf der Stadtgemeinde Oberwart gehört. Eine mögliche Umwidmung wäre allerdings nur in Zusammenarbeit mit dem Ministerium und dem Land möglich.