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Burgenland
08/28/2014

Melinda Esterhazy 94-jährig gestorben

Gefeierter Ballett-Star wurde durch Heirat zur reichen Fürstin und spielte ihre Rolle gut.

von Georg Gesellmann

Melinda Esterhazy ist in der Nacht auf Donnerstag im 95. Lebensjahr in Eisenstadt gestorben. Die Witwe des zwölften und letzten Fürsten Paul V. Esterhazy sei friedlich im Kreis ihrer Familie entschlafen, teilte dieEsterhazy Privatstiftungin einer Aussendung mit. Melinda Esterhazy hatte sich im Jahr 2002 ins Privatleben zurückgezogen.

Nun ist sie doch zurückgekehrt. Melinda Esterházy de Galántha, geborene Ottrubay, verstarb 94-jährig nach einem zehnjährigen Aufenthalt in einem Schweizer Sanatorium im Kreis ihrer Familie in Eisenstadt.

In sehr jungen Jahren war sie bereits ein gefeierter Ballett-Star an der Budapester Oper. Im Jahr 1946 heiratete sie Paul V. Esterházy. Zwei Jahre später wurde ihr Ehemann von den Kommunisten nach einem Schauprozess zu 15 Jahren Haft verurteilt. Der Fürst verlor daraufhin seine Besitztümer in Ungarn. 1956 gelang ihm die Flucht aus Ungarn. Bis zu seinem Tod 1989 lebten die beiden in Zürich. Das kinderlose Ehepaar war 43 Jahre lang verheiratet.

Eine langjährige Freundin, die ihren Namen „bei Gott“ nicht in der Zeitung lesen möchte, meinte im KURIER-Gespräch: „Wissen Sie, für Melinda war es manchmal schwer, ihre Rolle als Fürstin so auszufüllen, wie es von ihr gewünscht wurde. Sie war doch eine Künstlerin. Aber, und davon bin ich felsenfest überzeugt: Sie hat ihre Sache sehr gut gemacht. Melinda war wirklich eine ganz besondere Frau.“

„Uns, ihren engsten Verwandten, war sie immer sehr herzlich verbunden“, sagt Stefan Ottrubay, Neffe der Verstorbenen. Melinda Esterházy war für Burgenländer, die sie gekannt haben, eine unkomplizierte Person. „Es war immer angenehm, wenn sie in Forchtenstein war, sie hat so eine Ruhe ausgestrahlt“, sagt Gertrude Bierbaumer vom Gesangsverein Forchtenstein.

„Eine sehr nette Person“

Selbst für Linke war Melinda Esterházy eine „zuvorkommende Ansprechpartnerin“. Horst Horvath, Initiator des Kinderspektakels Forfel auf Burg Forchtenstein, spricht in höchsten Tönen über sie: „Sie war die Erste, die das Projekt Forfel unterstützte. Das hat uns sehr geholfen. Nein, wirklich, eine sehr nette Person.“

Nach dem Tod ihres Mannes war sie eine der reichsten Frauen des Landes. Zum riesigen Besitz zählen neben Ländereien unter anderem unschätzbare Kulturgüter wie das Schloss Esterházy in Eisenstadt sowie die Burg Forchtenstein. 2002 zog sie sich aus der Öffentlichkeit zurück.

Esterhazy Privatstiftung

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