© AVITA Resort/Roland Unger

Tourismus
01/28/2021

Frischekur für Bad Tatzmannsdorf

Mit neuen Köpfen soll der Kurort nach der Pandemie zu Höhenflügen ansetzen und neue Rekorde einfahren.

von Roland Pittner

Die Therme ist zu, der Kurpark scheint menschenleer. Der Lockdown im traditionell größten Tourismusort des Landes sorgt für noch mehr Ruhe, als sie sonst von den Besuchern genossen wird. Die blieben im Jahr der Pandemie zum großen Teil aus, statt 500.456 Nächtigungen 2019 gab es 2020 nur 327.865. Dadurch verliert der Traditionskurort den Spitzenplatz in der burgenländischen Nächtigungsstatistik. 

Schon vor Corona waren die Nächtigungen rückläufig. Trotzdem herrsche im Moment eine Art Aufbruchsstimmung. Da sind sich der neue Reduce-Direktor Andreas Leitner und der interimistische Tourismuschef in Bad Tatzmannsdorf, Richard Senninger, einig. Die beiden haben ihre Funktion seit Ende 2020 inne und sollen die Kehrtwende bringen.

600.000 Nächtigungen als gestecktes Ziel seien machbar, wie Senninger erklärt. Er ist auch für den Tourismus in Stegersbach zuständig. „Bad Tatzmannsdorf ist unter seinem Wert geschlagen worden, national ist es ein echtes Qualitätsgütesiegel“, meint Senninger und auch Leitner stimmt dem Touristiker „voll zu“.

Der ehemalige Büroleiter von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil beherbergt derzeit zumindest einige Gäste im Reduce Resort. Die Auslastung des 360 Mitarbeiter zählenden Betriebes liegt bei 30 Prozent. Der Kurbegriff sei im Wandel. „Es wird mehr auf mentale Fitness, Ernährung und Aktivität geachtet, zusätzlich zu den drei Heilvorkommen im Ort“, sagt Leitner. So würde auch jüngeres Publikum angelockt. Ziel sei eine ganzheitlich medizinische Betreuung und Krankheitsprävention.

Senninger hat die Aufgabe, ein Leitbild für den Kurort zu erstellen, das von allen Betrieben mitgetragen wird: „Dazu führe ich gerade Gespräche. Es ist schon sehr viel Depression zu spüren, weil das tägliche Geschäft wegfällt.“ Einige der Kritikpunkte seien auch berechtigt, gibt Senninger zu, will sich den „vielen Herausforderungen“ aber stellen.

Hoffnung

Die Zukunft nach der Pandemie sehen die beiden Tourismuschefs rosig. „Ist die Durchimpfungsrate groß genug, werden wir zu einer neuen Normalität kommen. Nicht ganz so wie früher, aber ich glaube, die Häuser werden voll sein. Der Sommer 2020 hat das schon gezeigt, es gab eine Rekordauslastung, als Urlaub erlaubt war“, sagt Leitner. Senninger schätzt, dass heuer internationale Reisen kaum möglich sein werden und 2022 nur eingeschränkt. Urlaub im Burgenland werde boomen: „Da werden wir mit unseren Kapazitäten an Grenzen stoßen. Privater Urlaub im Südburgenland und sich zurückziehen, wird ein Megatrend.“

Lockdowns trüben Tourismusstatistik 

2020 war kein glorreiches Jahr für den Tourismus im Burgenland. Lockdowns und Reisebeschränkungen führten zu einem massiven Rückgang der Nächtigungen.  Betrachtet man nur die Monate, in denen Tourismus möglich war, kann man für das Burgenland aber durchaus auch Positives ablesen.

Das Jahr begann mit einem Plus von fünf Prozent  an Übernachtungen im Jänner und Feber relativ gut. Mit dem ersten Lockdown Mitte März kam der Tourismus zum Erliegen. Der Wegfall der Beschränkungen im Juni führte dann wieder zu einem Anstieg. 

In den Monaten Juli bis Oktober konnten um sieben Prozent  mehr Übernachtungen gezählt werden wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Wegfall von Nächtigungen ausländischer Gäste (-31 Prozent) konnte in dieser Zeit durch jene der  österreichischen Gästen  (+21 Prozent)   wettgemacht werden. Mit dem zweiten Lockdown waren die Betriebe für touristische Gäste dann wieder ab November bis Jahresende  geschlossen.

2020 wurden rund 2,29 Millionen Nächtigungen gezählt, das ist ein Minus von 27,2  Prozent. Die meisten Übernachtungen im Land verzeichnete Podersdorf (378.898), ebenfalls ein Rückgang von 11,6 Prozent. Dahinter liegt Bad Tatzmannsdorf mit 327.865 Nächtigungen, das ist ein Minus von 34,5 Prozent.

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