Chronik | Burgenland
27.11.2018

Flughafen-Vorstand Ofner ist Manager des Jahres

Management Club vergibt jährlich eine Auszeichnung: Günther Ofner fühlt sich am Flughafen wie ein „Bürgermeister“

Burgenlands Manager des Jahres könnte die Auszeichnung ebenso gut in Niederösterreich erhalten. Denn Günther Ofner ist zwar ein waschechter Südburgenländer, aber seit weit mehr als einem Jahrzehnt beruflich fest in NÖ verankert. Seit 2011 ist der Jurist einer von zwei Vorstandsdirektoren der Flughafen Wien AG (NÖ und Wien halten je 20 Prozent, der australische Fonds Airports Group Europe S.à r.l. fast 40 Prozent, dazu kommen Mitarbeiter und Streubesitz), seit 2015 Präsident des Aufsichtsrates der Hypo NÖ. Davor war der 61-Jährige auch in verschiedenen Führungsfunktionen der EVN in Südosteuropa tätig.

Am Montagabend wurde Ofner vom Management Club Burgenland (MC) als diesjähriger Preisträger ausgezeichnet. Wirtschaftskammer-Präsident und Laudator Peter Nemeth rühmte an Ofner, der von 1994 bis 2004 als Bewag-Vorstand auch im Burgenland an einer Schaltstelle saß, dessen außergewöhnliche „Führungsverantwortung“. Und MC-Burgenland-Präsident Rudolf Könighofer von der Raiffeisenlandesbank begründete die Kür damit, dass Ofner „den Flughafen Wien in den letzten Jahren wirtschaftlich nach vorne gebracht“ habe.

Wie ein Bürgermeister

Was unterscheidet die Energiewirtschaft von seiner aktuellen Tätigkeit? „Der Kontakt mit den Kunden ist am Flughafen wesentlich unmittelbarer“, resümiert Ofner im KURIER-Gespräch. Dazu komme, dass der Betrieb eines Flughafens viel stärker „im Blickpunkt der Öffentlichkeit“ stehe als ein Energieversorger. Der Manager fühlt sich am internationalen Flughafen ob der Vielfalt der Aufgaben und Anforderungen mitunter wie „ein Bürgermeister“. Ofner: „Wir sind extrem breit aufgestellt“ .

Breit aufgestellt ist auch Ofner selbst. Obwohl nie Politiker – sein Bruder Hermann Ofner war hingegen 24 Jahre Bürgermeister in Rohr im Bezirk Güssing – ist der stets druckreif formulierende Manager ein eminent politischer Kopf. Seit 1981 gibt der frühere Vizedirektor der Politischen Akademie der ÖVP mit Andreas Khol das „Österreichische Jahrbuch für Politik“ heraus. Zur Tagespolitik hält er hingegen Abstand. Denn auf die Frage, ob die Volkspartei 2020 im Burgenland nach fast 60 Jahren wieder den Landeshauptmann stellen kann, antwortet Ofner ausweichend: „Da bin ich wirklich überfragt“. Nicht hinterm Berg hält der Südburgenländer mit seiner Meinung zur Zukunft seiner Heimatregion. Um den Rückstand gegenüber dem Landesnorden aufzuholen, sei neben dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur (Stichwort S 7) auch die Digitalisierung ein Gebot der Stunde.

Ofners Vertrag am Flughafen läuft bis 2021. Bewirbt er sich noch einmal? Das hänge von mehreren Faktoren ab, so Ofner, derzeit sei noch alles offen.