© Michael Pekovics

Chronik | Burgenland
05/24/2019

Flaschenhals Mönchhof: „Leben wie im Verkehrstrichter“

Unmut der Bürger wächst, betroffener Anrainer will Unterschriften sammeln und setzt sich für Umfahrung ein.

Mönchhof hat ein Problem. Genauer gesagt jene Bürger, die entlang der Durchzugsstraße B51 leben. „Wir sind der Flaschenhals des Seewinkels, der Verkehrstrichter der Region“, sagt ein Anrainer, nämlich Johann Sittinger. Tatsächlich müssen alle Fahrzeuge, die aus dem südlichen Teil des Bezirks kommen und auf die A4 wollen, durch die 2.300 Einwohner zählende Gemeinde fahren.

„Der Verkehr vom Grenzübergang Pamhagen und den Gemeinden Wallern, St. Andrä und Frauenkirchen fährt durch und über die L303 in Richtung A4. Dazu kommen noch alle Lkw, die Gemüse liefern“, erklärt Sittinger die Situation. Der 72-jährige gebürtige Mönchhofer hat sich nach dem KURIER-Bürgergespräch mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil in Neusiedl am See an den KURIER gewandt, um auf das lokale Verkehrsproblem aufmerksam zu machen.

Umfahrung als Lösung?

„Der Landeshauptmann hat beim KURIER-Bürgergespräch gesagt, dass sich das Land kleinräumigen Umfahrungen von stark belasteten Ortschafen nicht verschließen wird, wenn sich die Gemeinden darauf einigen und das auch wollen“, sagt Sittinger.

Sein Vorschlag: eine kleinräumige, rund 1,4 Kilometer lange Umfahrung, zu 100 Prozent auf Mönchhofer Hotter liegend, beginnend vom bestehenden nördlichen Kreisverkehr „Sandhöhe“ in Richtung Süden, zwischen Mönchhof und Halbturn hindurch. Damit könnte sich die Verkehrsproblematik in Mönchhof deutlich entschärfen, laut Zahlen aus dem Jahr 2015 benützen täglich knapp 30.000 Fahrzeuge den Kreisverkehr im Zentrum der Gemeinde.

Komplexes Problem

2007 hatte es bereits einen Anlauf des damaligen Verkehrslandesrats Helmut Bieler (SPÖ) gegeben, um den Seewinkel besser an die A4 anzubinden. Auch deshalb, weil auf der B51 zwischen Gols und Mönchhof 2006 ein Lkw-Fahrverbot verhängt wurde und sich das Verkehrsproblem in Folge nach Mönchhof verlagerte. Damals rollten laut Medienberichten täglich 9.000 Fahrzeuge durch den Ort. Der Vorstoß stieß allerdings auf Ablehnung.

Aktuell gibt es keine Pläne für eine Umfahrung, aber zum KURIER sagt Mönchhofs Bürgermeister Josef Kolby (ÖVP), dass „ich der erste wäre, der etwas machen würde. Weil der Verkehr wird definitiv nicht weniger werden, sondern eher noch zunehmen.“ Die Trassenfindung sei allerdings problematisch: „In Richtung Halbturn geht es vermutlich nicht, in Richtung Gols vielleicht. Aber wenn alle Gemeinden zusammenarbeiten, finden wir tatsächlich vielleicht eine Lösung.“

Gute Nachrichten für Sittinger, der sich jetzt gemeinsam mit anderen Betroffenen verstärkt für die Umfahrung einsetzen und Unterschriften sammeln will. „Mir geht es nicht mehr um mich“, sagt der 72-Jährige, „aber um meine Enkelkinder, die auch noch in einer einigermaßen intakten Umwelt aufwachsen sollen. Denn weniger wird der Verkehr in den kommenden Jahren sicher nicht werden.“