Chronik | Burgenland
05.12.2011

Finanzleck beim Wasserverband

Riskante Finanzgeschäfte brachten Wasserverband in große Probleme. Neuer Vorstand konnte Verluste deutlich senken.

Es war schon eine haarige Situation." So beschreibt der jetzige Obmann des Wasserverbandes Südliches Burgenland (WVSB), Johann Wagner, die Turbulenzen, in die der Verband nach riskanten Veranlagungen in den 2000er-Jahren geraten war. Das dokumentiert auch der Bundesrechnungshof (RH) in einem Prüfbericht.

Wie viele andere Kommunen auch, ließ sich der Vorstand des WVSB auf vielversprechende, letztlich aber extrem risikobelastete Finanzierungsgeschäfte mit der Bank Austria ein. Tatsächlich - und das stellt auch der RH fest - entwickelten sich die Veranlagungen in den ersten beiden Jahren besser, als erwartet. Aber: "2007 setzte insbesondere aufgrund der Finanzkrise eine steil abwärts verlaufende Trendumkehr ein". Unter dem Strich drohten dem WVSB Verluste von 7,7 Millionen Euro.

Notbremse

2007 wurde beim WVSB die Notbremse gezogen. Ein neuer Vorstand wurde installiert und der Mischendorfer Bürgermeister Johann Wagner wurde als neuer Obmann gewählt. Wie belastend die sieben Millionen Euro Verlust für den WVSB gewesen wären, zeigte sich daran, dass der Verband, der 30 Gemeinden mit Trinkwasser versorgt, 2010 Einnahmen von 2,4 Millionen Euro und Ausgaben von 1,8 Millionen ausweist.

Der Verband klagte, es kam zu Verhandlungen mit der Bank und letztlich zu einer Einigung, wie auch der Rechnungshof feststellt: "Durch entsprechende Maßnahmen (.. mit dem Kreditinstitut..) konnten die finanziellen Verluste aus dem Devisenoptionsgeschäften zur Gänze und jene aus den Wertpapierveranlagungen nach Berechnungen des RH vom Mai 2010 zu 58 Prozent ausgeglichen werden. Damit war für den Verband ein Gesamtverlust von 2 Millionen Euro zu erwarten."

"Was die zwei Millionen betrifft, hat es Nachverhandlungen mit der Bank gegeben, der Verlust ist deutlich geringer ausgefallen", sagt Wagner. Kritik äußert der RH auch an der Wasserabrechnung des Verbandes mit der Stadt Oberwart. Hier sei eine Pauschale angenommen worden, weil keine Messgeräte vorhanden waren. Auch das sei seit dem Herbst 2010 beseitigt. Die gezogenen Lehren: "Wir sind aus allen riskanten Veranlagungen raus, werden mehrmals geprüft und haben heute solide Finanzen", sagt der Obmann.