Tödliche Serie: Opfer bei Brand in Justizanstalt Eisenstadt

Der Insasse hatte anscheinend seinen Haftraum verbarrikadiert und Feuer gelegt. Für ihn kam jede Hilfe zu spät.
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Die Serie tödlicher Zwischenfälle in den heimischen Gefängnissen reißt nicht ab. Nach dem gewaltsamen Tod eines 30-Jährigen in der Justizanstalt Hirtenberg (NÖ) im vergangenen Dezember und den Suiziden von Insassen der Strafanstalten Krems-Stein und Wien-Josefstadt, ist in der Justizanstalt Eisenstadt das nächste Todesopfer zu beklagen.

Ein Insasse der Strafanstalt ist in der Nacht auf Sonntag bei einem Brand ums Leben gekommen. Es wird Hinweisen nachgegangen, wonach der Mann das Feuer in seinem Haftraum selbst gelegt hat.

Wie das Justizministerium (BMJ) auf Anfrage des KURIER bestätigt, ist es Samstagabend zu dem schweren Zwischenfall gekommen. Bei dem Haftraumbrand in der Justizanstalt ist ein Insasse verstorben, heißt es vonseiten des BMJ.  „Nach den derzeit vorliegenden Informationen hatte der Insasse zuvor seine Haftraumtür mit Inventar verbarrikadiert und anschließend ein Feuer gelegt. Trotz unverzüglichen Einschreitens der Bediensteten sowie der beigezogenen Feuerwehr und des Notarztes konnte der Insasse nicht gerettet werden“, erklärt Christina Ratz, Leiterin der Stabsstelle Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit im BMJ.

Die polizeilichen Ermittlungen sowie eine interne Prüfung zur Klärung der näheren Umstände laufen derzeit. Weitere Personen kamen bei dem Feuer nicht zu Schaden. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Justizanstalt wurde die Inanspruchnahme des psychologischen Dienstes angeboten, so Ratz.

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Politiker zu Besuch

Die Feuerwehr Eisenstadt war am Samstag um 20.58 Uhr zu dem Feuer alarmiert worden. Erst gegen 22.30 Uhr galt der Einsatz als beendet. Der tödliche Zwischenfall ereignete sich ausgerechnet einen Tag, nachdem sich der SPÖ-Sicherheitssprecher im Landtag, Jürgen Karall, ein Bild von den Zuständen, den Arbeitsbedingungen und der aktuellen Auslastung im Strafvollzug machte.

Im Zentrum des Termins im Justizzentrum Eisenstadt stand ein „fachlicher Austausch“ mit der stellvertretenden Leiterin der Anstalt, Oberstleutnant Klaudia Osztovics, sowie dem FSG-Justizwachegewerkschafter Gerald Pfneiszl.

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Oberstleutnant Klaudia Osztovics, FSG-Justizwachegewerkschafter Gerald Pfneiszl und Jürgen Karall (SPÖ)

Überbelegt

Mit bis zu 200 Insassen, bei einer offiziellen Kapazität von 175 Plätzen, war die Justizanstalt Eisenstadt zuletzt immer wieder über den Kapazitätsgrenzen. Der Besuch diente dazu, die aktuelle Situation der Bediensteten zu besprechen. Dabei sei deutlich geworden, dass die personelle Ausstattung und die Belagszahlen weiterhin eine große Herausforderung bleiben.

Man spüre den Druck durch den allgemeinen Fachkräftemangel, meinte Pfneiszl. Für Sicherheitssprecher Karall ist der Austausch ein Auftrag, das Thema weiterhin auf der Agenda zu behalten: „Der Strafvollzug ist ein wesentlicher Teil unserer Sicherheitsarchitektur. Die Bediensteten leisten hier einen wichtigen Dienst für die gesamte Gesellschaft.“

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