Chronik | Burgenland
03.01.2012

Fernwärme aus Oberwart für Kurort?

Die Begas denkt über die Versorgung von Bad Tatzmannsdorf mit Fernwärme aus dem Biomasse-Kraftwerk Oberwart nach.

Ich bin durchaus zuversichtlich, dass wir das Projekt 2012 in Angriff nehmen können.“ Das sagt Begas-Vorstandsdirektor Leopold Buchmayer und spricht damit die energetische Versorgung mit Biowärme von vorerst vier Großbetrieben in Bad Tatzmannsdorf an.

Seit Jahren wird in dem Paradekurort über eine alternative Energieversorgung diskutiert. Zuletzt stand die Errichtung einer Biomasseanlage am südlichen Ortseingang, beim ehemaligen Firmengebäude von Fliesen Rehling, zur Diskussion.

Nun ist eine neue Variante aufgetaucht. In Oberwart betreiben Begas und Bewag ein 9-Megawatt-Biomasekraftwerk auf Holzschnitzelbasis. Es versorgt das Einkaufszentrum EO, das Dieselkino und das Spital mit Fernwärme und verfügt über große Leistungsreserven. Daher die Idee, Abnehmer in Bad Tatzmannsdorf, wie die Kurbad AG, die Burgenland-Therme, die BVA und die PVAng, vom Oberwarter Kraftwerk aus zu versorgen.

„Das hätte für Bad Tatzmannsdorf den Vorteil, dass man kein eigenes Kraftwerk errichten muss“, argumentiert Leopold Buchmayer. Um diese Variante umzusetzen, muss  eine 4,2 Kilometer lange Fernwärmeleitung in den Kurort gelegt werden

Verhandlungen

Bis Februar will man bei der Begas mit den genauen Berechnungen beginnen, danach sollen die Verhandlungen mit den Grundeigentümern folgen. Für die Oberwarter Kraftwerksbetreiber hätte die Lösung mit Bad Tatzmannsdorf nicht nur den Vorteil, dass man hier Energie in der Größenordnung von vier bis fünf Megawatt absetzen kann, sondern noch einen zweiten. Die Burgenland-Therme und die Kurbad AG haben auch im Sommer, wenn die Auslastung des Kraftwerkes besonders gering ist, einen konstant hohen Energiebedarf.

„Wir würden uns eine Lösung wünschen, bei der nicht nur Großabnehmer, sondern auch Haushalte anschließen können“, erklärt Bürgermeister Ernst Karner, VP. Das, so Buchmayer, sei nicht ausgeschlossen, aber eine Frage des Preises und der Zahl der Interessenten.

Noch jemand könnte sich über diese Variante freuen: Oberwarts Bürgermeister Gerhard Pongracz. Die Gemeinde muss nämlich Pönale zahlen, weil in Oberwart zu wenig Energie aus dem Kraftwerk abgenommen wird. Was sich mit dem Projekt ändern könnte.