Doch keine Hühnerfarm im burgenländischen Kleinwarasdorf

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Burgenland
10/18/2013

Federlassen beim Hühnerstall

Geplante Bio-Farm ist vorerst vom Tisch. Der Betreiber sucht weiter nach einem Standort.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Auf der Tagesordnung der gestrigen Gemeinderatssitzung in Großwarasdorf sollte die Abstimmung über die Flächenumwidmung für einen Hühnerstall im Ortsteil Kleinwarasdorf stehen. Den Tagesordnungspunkt suchte man vergebens. „Der Antrag des Betreibers wurde zurückgezogen. Und bis jetzt hat der Betreiber auch keinen neuen Antrag deponiert“, erklärt Bürgermeister Rudolf Berlakovich (ÖVP).

Wie der KURIER berichtete, wollte Landwirt Thomas Roszenich drei Ställe für 18.000 Hühner bauen. Das Gebäude wäre etwa 150 Meter vom Wohngebiet entfernt gelegen. Die Anrainer waren von dem Vorhaben wenig begeistert. Sie befürchteten Geruchs- und Lärmbelästigung durch das Federvieh. Prominente Unterstützung bekamen die Kleinwarasdorfer durch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos.

Einwände

Rund 300 Einwände gegen das Projekt seien in der Gemeindestube eingelangt. Ein Versuch Roszenichs, mit Hilfe der Bevölkerung nach einem alternativen – vom Wohngebiet weiter entfernten Standort – zu suchen, war nicht von Erfolg gekrönt. Er habe kein einziges Angebot erhalten, sagt Roszenich.

„Offensichtlich ist die Vernunft eingekehrt“, sagt Darabos zum Rückzug des Antrages. Er habe prinzipiell nichts gegen einen Bio-Hühnerstall einzuwenden. Doch dieser müsse in einer gewissen Entfernung von der Ortschaft gebaut werden. „Ich glaube, es war hilfreich, dass ich mich für die Anrainer eingesetzt habe und auch auf Landesebene Druck gemacht habe“, sagt Darabos. Er sei persönlich vor Ort gewesen, um sich ein Bild zu machen. Der Stall wäre praktisch „über die Straße“ zu den Wohnhäusern gelegen.

Seine Pläne von der Haltung des Federviehs will Roszenich dennoch nicht ad acta legen. Laut seinem Berater, dem früheren ÖVP-Agrar-Landesrat Werner Falb-Meixner, suche man noch nach einem geeigneten Platz. Der Meinung von Fachleuten zufolge, so versichert Falb-Meixner, müsse sich die Bevölkerung aber weder vor Lärm- noch vor Geruchsbelästigung fürchten. „Wir wollen noch mit den Anrainern sprechen und ihnen ihre Ängste nehmen. Wir müssen die Emotionen aus dem Spiel bringen.“ Derzeit sehe man sich nach Grundstücken um, die etwa 350 Meter vom Wohngebiet entfernt liegen.

Zu wenig Abstand

Auch das wäre SPÖ-Vizebürgermeister Helmut Orisich zu wenig Abstand. „Der Betreiber müsste den Stall mindestens einen Kilometer außerhalb der Ortschaft bauen“, fordert Orisich.
Doch je weiter von der Ortschaft entfernt, desto höher wären auch die Kosten für die erforderliche Infrastruktur, wie Kanal- oder Stromanschluss. Ob sich das für den Betreiber rechnen würde, wird hinter vorgehaltener Hand bezweifelt.

Von neuen Plänen des Landwirts weiß SPÖ-Politiker Darabos noch nichts. „Ich würde ihm aber raten, nicht überfallsartig ein neues Projekt einzureichen, sondern mit der Bevölkerung vorher das Gespräch zu suchen.“
Ein weitere prominenter Politiker, der auch in der Gemeinde lebt, wollte sich zu dem Projekt nicht äußern. „Kein Kommentar“, ließ ÖVP-Agrar-Minister Nikolaus Berlakovich durch seine Pressesprecherin ausrichten.

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