Chronik | Burgenland
17.12.2018

„Familienbande“ verkaufte 100 Kilogramm Cannabis

30-jährige Österreicherin dealte vor Schulen im Bezirk Neusiedl am See. Schwarzmarktwert liegt bei rund einer Million Euro.

Der Suchtgiftgruppe des Bezirks Neusiedl am See ist ein Schlag gegen die Drogenkriminalität gelungen. Insgesamt wurden acht Personen verhaftet, sie sollen eine Gesamtmenge von rund 100 Kilogramm Cannabisblüten in Umlauf gebracht haben – die Polizei geht von einem Straßenverkaufswert von circa einer Million Euro aus.

Die am Montagabend veröffentlichten Informationen weisen daraufhin, dass die mutmaßlichen Täter hoch professionell vorgegangen sind. Acht Personen sitzen in Untersuchungshaft.

Dealen vor Schulen

Eine 30-jährige Frau aus dem Bezirk Neusiedl am See führte die Ermittler auf die Spur der mehrköpfigen Verdächtigengruppe. Sie soll Cannabis an Jugendliche verkauft haben, Einsatzgebiet der mutmaßlichen Dealer waren vorzugsweise Schulen im Bezirk Neusiedl am See. Als die Beamten der Suchtgiftgruppe davon Wind bekamen, begannen sie weitere Ermittlungen anzustellen. Zuerst im Burgenland, dann in Wien, schließlich bis ins niederösterreichische Gänserndorf.

Dort stießen die Suchtgiftfahnder schlussendlich auf die mutmaßlichen Haupttäter – eine Familie mit Mutter, Vater und Sohn aus dem Bezirk Gänserndorf. In Niederösterreich wurden nämlich die Cannabisblüten produziert, die vor Schulen im Bezirk Neusiedl am See verkauft wurden – mit durchaus professionellem Equipment, wie die von der Polizei zur Verfügung gestellten Bilder beweisen.

Im Haus wurde sogar der Stromzähler überbrückt, um den tatsächlichen Stromverbrauch der Cannabis-Produktion zu verschleiern. Laut Polizei entstand dadurch ein Schaden im mittleren fünfstelligen Eurobereich.

Gras, Geld, Waffen

Die Erzeugung war laut Polizei ein Familiengeschäft. An der Aufzucht waren Mutter, Vater und Sohn beteiligt – und das in großem Stil. Insgesamt knapp 5900 Cannabispflanzen soll das Trio angebaut haben und daraus eine Menge von rund 100 Kilogramm Cannabisblüten geerntet haben. Den Straßenverkaufswert schätzt die Polizei auf circa eine Million Euro.

Bei Hausdurchsuchungen stießen die Beamten auf zwei Indooranlagen, ausgestattet mit professionellem Equipment. Dabei wurden 561 Cannabispflanzen ebenso sichergestellt wie Bargeld im unteren fünstelligen Eurobereich. Unter den beschlagnahmten Gegenständen waren auch eine Schusswaffe sowie Suchtmittel mit einem Schwarzmarktwert von 121.000 Euro.

Acht Personen in Haft

Die acht verdächtigen Personen sind nicht alle miteinander verwandt, die Polizei verwies in ihrer Aussendung nur auf das „Haus der Haupttäter, einer Familie (Mutter, Vater, Sohn)“ – nähere Details sind derzeit nicht bekannt. Neben der 30-jährigen Frau befinden sich derzeit sieben weitere Männer in Untersuchungshaft. Die acht Personen im Alter zwischen 19 und 68 Jahren wurden in die zuständigen Justizanstalten eingeliefert.