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Burgenland
10/18/2019

Facelift für moderne 100er-Feier

Burg Schlaining. Mehr als zehn Millionen Euro werden in technische Ausstattung und Barrierefreiheit investiert

von Thomas Orovits

Bevor sich die Tore der Burg Schlaining schließen, werden sie noch einmal weit aufgerissen. Mit „Tagen der offenen Tür“ am Samstag und Sonntag (Details siehe Zusatzbericht unten) verabschiedet sich die mittelalterliche Festung zwecks Umbauten für mehr als eineinhalb Jahre vom Publikum. In dieser Zeit wird das seit 1980 in Landesbesitz befindliche historische Gebäude einem „Facelifting“ unterzogen, formuliert der neue „Burg-Kastellan“ Norbert Darabos.

Der 55-jährige Ex-Verteidigungsminister ist seit seinem Ausscheiden aus der Politik im heurigen Februar in den Landessüden abkommandiert. Darabos, studierter Historiker, bereitet für die Kulturabteilung des Landes die Jubiläumsausstellung anlässlich 100 Jahre Burgenland im Jahr 2021 vor, die am 15. Mai 2021 eröffnet werden soll. „Wir möchten die modernste Landesausstellung auf die Beine stellen“, steckt sich Darabos hohe Ziele.

Neues Innenleben

Dazu braucht es aber zuallererst eine zeitgemäße Museum-Infrastruktur für das Bauwerk, das erstmals 1271 als Castrum Zloynuk urkundliche Erwähnung fand.

Die Burg wird barrierefrei gemacht, was bei den vielen Stufen kein leichtes Unterfangen ist. Außerdem sollen Aufzüge eingebaut werden. Die Idee, sie außen als Panoramalifte zu platzieren, wurde wieder verworfen.

Mindestens ebenso wichtig ist der zweite Sanierungsschwerpunkt. Für eine Ausstellung auf Höhe der Zeit „reichen Schautafeln nicht mehr aus, gefragt ist der Erlebnischarakter“, betont Darabos. Touchscreens und interaktive Einbindung der Ausstellungsbesucher seien Standard, dazu braucht es als Voraussetzung auch die digitale Infrastruktur.

In Summe kosten die Ein- und Umbauten einen „niedrigen zweistelligen Millionenbetrag“, formuliert Darabos. Im Klartext: Es dürften demnach knapp über zehn Millionen Euro sein.

Der Generalplaner ist bestellt, im Dezember soll die EU-weite Ausschreibung erfolgen und Anfang 2020 will man mit den Bauarbeiten beginnen. „Wir sind im Zeitplan“, ist Darabos überzeugt, dass der (Wieder-)Eröffnungstermin Mitte Mai übernächsten Jahres halten wird.

Weil die Burg, die von der Landesimmobiliengesellschaft verwaltet wird, unter Denkmalschutz steht, muss das Bundesdenkmalamt den baulichen Eingriffen zustimmen. Man sei in gutem Einvernehmen mit dem Land, das Verfahren sei zwar noch nicht abgeschlossen, aber auf gutem Weg, hieß es am Donnerstag auf KURIER-Anfrage aus dem Denkmalamt.

Was die Inhalte der Schau zur 100-jährigen Zugehörigkeit des Burgenlandes zu Österreich betrifft, will Darabos noch nicht viel verraten. Nur so viel: Kurator wird Uni-Professor Oliver Rathkolb, Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte in Wien. Die Jubiläumsausstellung wird rund ein Jahr zugänglich sein und danach den Grundstock für das „Haus der Zeitgeschichte“ bilden, das auf der Burg eingerichtet wird.