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Chronik Burgenland
05/25/2022

Experte warnt: „Intensität des Hagels wird zunehmen“

Rund 750.000 Euro Schäden durch Regen und Hagel an einem Tag

von David Marousek

VonDavid MarousekGestern erreichte eine Hagelfront den südlichsten Landesteil. Wie hoch die Schäden im Bezirk Jennersdorf ausgefallen sind, war zu Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht bekannt. Die Auswirkungen dürften jedoch geringer sein als nach den Unwettern am Dienstag, die in den Bezirken Mattersburg bis Güssing Spuren hinterließen.

Alleine im Bezirk Mattersburg mussten die Einsatzkräfte am Dienstag gleich 60 Mal ausrücken. Hauptsächlich, um Keller auszupumpen und durch die Wassermassen verschlammte Straßen zu reinigen. In manchen Gemeinden traten Bäche über das Ufer. Verletzt wurde durch niemand.

750.000 Euro Schaden

Besonders schlimm traf es auch die Bezirke Güssing und Oberwart. Durch die sintflutartigen Regenfälle in Verbindung mit Hagelkörnern wurde laut Hagelversicherung ein Schaden in der Höhe von einer dreiviertel Million Euro angerichtet.

Im Vergleich verursachten die Unwetter in der Steiermark einen Schaden von 600.000 Euro, in Kärnten rund 300.000 Euro und 150.000 Euro in Tirol. Insgesamt waren rund 9.500 Hektar betroffen, ein Drittel davon im Burgenland.

Mais, Soja, Kürbis, Getreide, Raps und verschiedenste Obstsorten wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Günther Kurz, Landesleiter der Hagelversicherung im Burgenland, machte sich am Mittwoch selbst ein Bild vor Ort: „Ich war überrascht von der Intensität der Schäden und dem Ausmaß des Unwetters. Es kamen zum Teil 40 bis 60 Liter pro Quadratmeter in der Stunde runter. Durch die Bodenversiegelung kann die Erde diese Wassermaßen nicht mehr aufnehmen.“

Hannersdorf betroffen

Besonders starke Schäden habe es laut Kurz an den Weinhängen in Hannersdorf (Bezirk Oberwart) gegeben. Aussicht auf Besserung sieht Kurz nicht: „Die Intensität wird weiter zunehmen. Die Hagel-Saison hat gerade erst begonnen, auch wenn sie nun schon früher beginnt.“ Während früher der Hagel hauptsächlich in den Sommermonaten zum Problem wurde, müsse man jetzt schon von Mai bis September damit rechnen. Im heurigen Jahr ging die Gewittersaison bereits am 16. Mai in Kärnten los. Besonders stark treffe dies natürlich die Landwirtschaft, denn ein Schutz, beispielsweise durch Planen, sei nicht möglich. Acht von zehn Landwirten seien laut Kurz gegen Hagelschäden versichert.

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