Chronik | Burgenland
06.12.2018

Ex-Grüne Emmer managt die Liste Pilz

Emmers Vertrag als Geschäftsführerin der Kleinpartei ist unbefristet, sie müsse vor allem "Strukturen" aufbauen, sagt sie.

Das Schicksal der Liste Pilz, die seit Kurzem „JETZT – Liste Pilz“ heißt, hängt seit Dienstag maßgeblich auch an einer Burgenländerin. Bei einer Versammlung der 25 Parteimitglieder in Wien wurde Herta Emmer zur Geschäftsführerin der Partei bestellt, die derzeit mit sieben Mandataren im Nationalrat vertreten ist. Emmer, die vor Jahren Burgenlands Grün-Partei gemanagt hat und seit 2010 in Oberpullendorf eine Buchhandlung betreibt, hat 2017 selbst für die Liste kandidiert, den Einzug in den Nationalrat aber verpasst.

Sie habe eine Nacht über das Angebot geschlafen und dann zugesagt, erzählt Emmer dem KURIER, denn „ich war immer ein idealistischer und hochpolitischer Mensch“. Was gilt es in einer Partei zu ändern, die im ersten Jahr ihres Bestehens am meisten durch – inzwischen eingestellte – Ermittlungen gegen den Parteigründer und Namensgeber Peter Pilz wegen sexueller Belästigung und parteiinternen Streit aufgefallen ist? Diese turbulente Phase sei vorbei, ist Emmer überzeugt: „Wir haben zuerst ein Kind bekommen und sind danach in den Wehen gelegen“. Ihre Aufgabe sei jetzt, „Strukturen aufzubauen“. Das will sie zum Teil vom Büro im Mittelburgenland aus machen, sie werde aber auch „regelmäßig“ in Wien sein und darüber hinaus ganz Österreich bereisen. Die Parteigeschäftsführung sei ein unbefristeter und bezahlter Vollzeit-Job, sagt Emmer auf Nachfrage. In ihrer Buchhandlung in Oberpullendorf seien fünf „wunderbare und loyale Mitarbeiter“ beschäftigt, auf die sie sich verlassen könne, ist Emmer überzeugt, dass sie Buchhandlung und Partei unter einen Hut bringen kann.

Zu ihren Aufgaben gehört auch die Entscheidung über ein Antreten der Liste Pilz bei den Landtagswahlen im Burgenland 2020. Emmer: „Das wird im Frühjahr 2019 beantwortet“. Th. Orovits