Chronik | Burgenland
05.12.2011

Es muss nicht immer Granit sein

Auf immer mehr Friedhöfen kann man die Verstorbenen in Wiesengräbern oder in Urnenhainen bestatten.

Auf den drei Friedhöfen der Gemeinde Rotenturm mit den Ortsteilen Siget und Spitzzicken gibt es nun die Möglichkeit, sich nicht nur traditionell bestatten zu lassen. Es wird eigene Plätze für sogenannte Wiesengräber und Urnensäulen geben. Das wurde von der Gemeinde beschlossen, die Eigentümerin der Friedhöfe ist.

Damit folgt Rotenturm einer Entwicklung, die im Bereich der Friedhöfe schon seit geraumer Zeit im Laufen ist. Das bestätigt auch Gerald Tölly vom gleichnamigen Bestattungsunternehmen in Oberwart: "Vorreiter dabei war Oberwart. Seit 20 Jahren werden hier alternative Bestattungsformen angeboten." Vor allem in der jüngeren Generation würde man immer weniger Wert auf pompöse Grabstellen legen. Und auch die Urnenbestattung - die Verbrennung - sei klar im Zunehmen.

Möglichkeit

"Wer keine traditionelle Einfassung der Grabstelle mit Steinelementen will, kann sich in einem Wiesengrab bestatten lassen", erläutert Amtsleiter Franz Drobits die künftigen Möglichkeiten in Rotenturm. Lediglich ein Grabstein oder ein Kreuz markiert die letzte Ruhestätte. Rundherum befindet sich Wiesenfläche, die von der Gemeinde betreut wird. Die Nachfrage hält sich derzeit in Rotenturm in Grenzen, bisher gibt es noch kein Wiesengrab. Im Gegensatz zu Oberwart, wo es bereits zahlreiche solcher Grabstellen gibt. Man wolle aber den Menschen die Möglichkeit bieten, sich auch auf diese Weise bestatten zu lassen, so Drobits. Ein entsprechender Beschluss wurde vom Gemeinderat gefasst. Die geänderte Friedhofsverordnung wurde auch schon von der Bezirkshauptmannschaft abgesegnet.

Zusätzlich wurde auch ein eigener Bereich für Urnenbestattungen ausgewiesen. Dort wird man auf sogenannten Urnensäulen die Asche der Verstorbenen bestatten können.

Kein Zwang

Das ist aber keinesfalls ein Zwang, wie Amtsleiter Drobits betont: "Wer seine Angehörigen traditionell bestatten will, kann das natürlich auch weiter tun."

Neben geschmacklichen Fragen, bietet die Urnen- oder Wiesenbestattung auch finanzielle Vorteile. Man erspart sich die teuren Steinumrandungen und eine Urne lässt sich problemlos in einer bereits bestehenden Grabstelle beisetzen.

Billig ist so eine "Leich" aber nicht. Für eine traditionelle Bestattung müssen die Hinterbliebenen mit Kosten von 2000 bis 2500 Euro rechnen. Nach oben sind dem aber kaum Grenzen gesetzt.