Erstes dreisprachiges Pflegeheim schafft 100 neue Jobs

Erstes dreisprachiges Pflegeheim  schafft 100 neue Jobs
In dem geplanten neuen Altenwohn- und Pflegeheim wird Deutsch, Kroatisch und Ungarisch gesprochen.

Altenpflege ist im Burgenland ein wichtiges Thema. Doch in den drei südlichen Bezirken ist laut der Pflegeplatzbörse des Landes derzeit nur ein Bett für Langzeitpflege – in Strem – frei. Eine Verbesserung der Situation soll der Ende März präsentierte burgenländische „Zukunftsplan Pflege“ bringen.

Dazu sollen bestehende Einrichtungen ausgebaut und auch drei neue Altenwohn- und Pflegeheime errichtet werden. Eines davon in Schandorf, Bezirk Oberwart. „Ich betreibe schon seit sieben Jahren die Initiative für eine Pflegeeinrichtung, wie es schon meine Vorgänger gemacht haben“, sagt Schandorfs Bürgermeister Werner Gabriel, SPÖ. Die 270-Einwohner-Gemeinde an der Grenze zu Ungarn, hat seit Jahren mit Abwanderung zu kämpfen. „Wir haben eine überalterte Gesellschaft und mit dieser Einrichtung können wir nicht nur im sozialen, sondern auch im wirtschaftlichen Bereich wieder Fuß fassen“, meint Gabriel. Das neue Altenwohn- und Pflegeheim soll rund hundert Arbeitsplätze in die Region bringen.

 

Erstes dreisprachiges Pflegeheim  schafft 100 neue Jobs

Etwa 60 Betten soll die Einrichtung haben, die Kosten belaufen sich auf geschätzte 8,5 Millionen Euro. Dem Konzept des Zukunftsplans folgend, sollen zwölf Plätze im Bedarfsfall auch für Menschen mit Behinderung zur Verfügung stehen.

Die Gemeinde steuert das Grundstück beim Sportplatz bei, Baubeginn ist im Frühjahr 2020, als Bauträger fungiert die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft. Die Bauzeit werde rund zweieinhalb Jahre dauern. Betreiber wird voraussichtlich der Arbeiter-Samariterbund.

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Mehrsprachig

„Die Wahl ist auf Schandorf gefallen, weil wir hier – anders als bei anderen Pflegeheimen – eine Besonderheit realisieren. Wir werden ein dreisprachiges Pflegeheim – Kroatisch, Ungarisch, Deutsch – errichten. Das gibt es in dieser Ausprägung im Burgenland noch nicht. Damit wird der Vielfalt und den Volksgruppen auch bei der Altenpflege Rechnung getragen“, sagt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.

Ausgebaut werden weiters die Altenwohn- und Pflegeheime in Olbendorf, Bezirk Güssing und Rechnitz, Bezirk Oberwart. In Heiligenkreuz, Bezirk Jennersdorf und Güssing sollen neue Seniorentageszentren errichtet werden. Im Herbst will Doskozil die gesetzliche Basis für „Gemeinnützigkeit“ der Pflege als Grundprinzip im Burgenland legen.

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