Chronik | Burgenland
05.12.2018

Elfjähriges Kind bei Perchtenlauf verletzt

Bub erlitt eine Knieprellung, er sei von einem Zuschauer verletzt worden – der 70-Jährige dementiert.

Er hatte sich schon auf seinen Auftritt als Krampus gefreut, doch für den elfjährigen Jan Siebenbrunner aus Loipersdorf-Kitzladen (Bezirk Oberwart) endete die Ausübung seines Hobbys am vergangenen Sonntag im Krankenhaus. Der junge Burgenländer soll von einem 70-jährigen Zuschauer getreten und verletzt worden sein, Jan erlitt eine Prellung am Knie. Der mutmaßliche Täter stritt den Tritt bisher ab – jetzt ermittelt die Polizei.

Doch der Reihe nach. Die „Lofnitztoler Grenzlandteifln“, ein im Vorjahr in Loipersdorf-Kitzladen gegründeter Verein, hatten am Sonntag einen Auftritt in der Nähe von Kaindorf im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld. In einem abgesperrten Bereich ließen die Krampusse bzw. „Teifln“ ihre Ketten rasseln, danach ging es zum Freilauf am Veranstaltungsgelände.

Der Elfjährige und seine 16-jährige Kumpanin waren gemeinsam unterwegs. „Ich war schon umgezogen, da hab ich meinen Sohn gesehen, wie er sich die Maske vom Gesicht nimmt und vor Schmerz weint“, schildert Maria Siebenbrunner. Jan gab an, von einem 70-jährigen Zuschauer gestoßen und gegen das Knie getreten worden zu sein. Der Beschuldigte wiederum will vom Krampus geschlagen worden sein. Er habe den Bartl deswegen zur Rede gestellt und ihn dabei lediglich weggestoßen.

Maria Siebenbrunner versteht die Welt nicht mehr: „Ich weiß, dass mein Kind nicht aggressiv ist. Er hat sicher niemanden geschlagen oder getreten.“ Mit der Maske sehe man schlecht, da könne es vorkommen, dass ein Krampus über den Fuß eines Zusehers stolpere.

Nach dem Vorfall wurde die Rettung alarmiert und Jan ins Krankenhaus gebracht. „Er hat jetzt einen Gips bis zum Oberschenkel und kann nicht in die Schule gehen“, sagt die Mutter.

Kinderfreundlich

2017 wurde der Verein der „Lofnitztoler Grenzlandteifln“ ins Leben gerufen, seither habe man zwölf bis 15 Auftritte pro Jahr, sagt Obfrau Jasmin Siebenbrunner, sie ist auch die Tante von Jan. Der Verein hat etwa 20 Mitglieder, darunter auch ein siebenjähriges Mädchen, das ein Engerl spielt. Jan sei von den Krampussen der jüngste. „Wir sind ein kinderfreundlicher Verein. Ernsthaft verletzt wurde bis Sonntag noch niemand“, sagt die Obfrau. Dennoch käme es immer wieder vor, dass die „Teifln“ bei ihren Läufen von Zuschauern getreten würden. „Es ärgert mich, dass die Krampusse immer als aggressiv hingestellt werden, weil das nicht stimmt.“

Bei den „Lofnitztoler Grenzlandteifln“ gibt es zudem ein striktes Alkoholverbot beim Lauf. „Und daran halten sich auch alle“, sagt Maria Siebenbrunner. Aufgeben wollen die Krampusse jedenfalls nicht: „Wir werden sicher weitermachen.“