Warum der Obeliskteich im Schlosspark jetzt umgebaut wird

Historischer Wasserkreislauf im Obeliskteich wird wiederhergestellt.
Drei Männer stehen im Park, zwei halten eine große Karte, einer präsentiert ein Informationsplakat zum EU-Projekt Parksfit4future.

Es ist Frühling, die Menschen zieht es in die Parks. Auch im Schlosspark Eisenstadt ist mehr los – doch rund um den Obeliskteich starten bald Bauarbeiten. Mit der Sanierung des Obeliskteichs beginnt der nächste Schritt zur Wiederherstellung des historischen Wasserkreislaufs.

Das Vorhaben wird von der 2021 gegründeten Schlosspark Eisenstadt Erhaltungs GmbH umgesetzt, getragen von Esterházy und der Stadt. 2025 wurden mit der Errichtung der Pumpstation am Maschinenteich und einer neuen Pumpdruckleitung bis zum Obeliskteich bereits wichtige Schritte gesetzt. Als nächstes wird die Betonschicht abgetragen. Darunter liegt die historische Lehmdichtung, die ergänzt und instand gesetzt wird. Dadurch soll sich ab Sommer dauerhaft Wasser im Becken sammeln und der Teich sein ursprüngliches Erscheinungsbild zurückerhalten.

Geschäftsführer Christian Widder verweist auf die „Stärkung der ökologischen und nachhaltigen Entwicklung des Schlossparks“. Für Bürgermeister Thomas Steiner ist das Projekt ein wichtiger Impuls für mehr Lebensqualität: „Das ist nachhaltige Stadtentwicklung, die Geschichte bewahrt und gleichzeitig Raum für Erholung und Natur schafft.“

Während der Bauarbeiten kann es zu erhöhtem Lärm- und Verkehrsaufkommen kommen. Nach Abschluss soll rund um den Obeliskteich eine neue Erholungszone entstehen.

Die Geschichte des Parks

Der Schlosspark Eisenstadt wurde ab etwa 1800 unter Fürst Nikolaus II. Esterházy zu einem englischen Landschaftsgarten umgestaltet, in dem Wasser eine zentrale Rolle spielte. Dafür wurde ein vollständig künstlicher Wasserkreislauf errichtet. Das Wasser stammte aus dem Maschinenteich und wurde mithilfe einer 1803 in London erworbenen Dampfmaschine ab 1804 zum Obeliskteich gepumpt.

Von dort aus verteilte sich das Wasser über Leitungen im Park, speiste den Herzerlteich und den Leopoldinenteich und floss wieder zurück. Der Kreislauf machte das Wasser als wesentliches Gestaltungselement im gesamten Park erlebbar. Die Bezeichnung Obeliskteich geht auf das Jahr 1871 zurück, als Fürst Nikolaus III. dort einen Obelisken zum Gedenken an seine Frau Sarah Child-Villiers of Jersey errichten ließ. Ab den 1950er-Jahren verfiel der Wasserkreislauf. Erst in den 1990er-Jahren wurden Teile der Teiche saniert, der vollständige Kreislauf blieb jedoch außer Betrieb.

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