© Koglbauer Claudia

Klostermarienberg
10/20/2019

Ein Paradies für Kastanien-Fans

Mitglieder des Vereins "D’Kaestnklauba" machen die edle Nuss haltbar. Am Feiertag huldigt das ganze Dorf der Frucht.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Im Garten und den angrenzenden Wirtschaftsräumen von Stefan und Herta Pichler in Klostermarienberg wird derzeit auf Hochtouren gearbeitet. Zwischen drei und sechs Tonnen Kastanien, die die Dorfbewohner gesammelt haben, werden haltbar gemacht bzw. verarbeitet. Beim Kastanienfest, das am Nationalfeiertag stattfindet, wird die edle Nuss als Ingredienz fungieren.

Nicht nur im Brotberuf haben sich Stefan und Herta Pichler der Wissenschaft verschrieben. Auch in ihrer Freizeit nimmt die Forschung für das Professoren-Ehepaar einen hohen Stellenwert ein. „Früher“, sagt Stefan Pichler, „war die Kastanie ein Grundnahrungsmittel“. Im wenige Kilometer entfernten Rattersdorf-Liebing etwa stehen Kastanienbäume, deren Alter auf 350 bis 700 Jahre geschätzt wird. „Mich hat schon immer interessiert, wie man die Kastanie haltbar machen kann, um ein Produkt zu erhalten, das das ganze Jahr über verfügbar ist.“

"Die Nachfrage boomt"

Gesagt, getan. Im Verein D’Kästnklauba, in dem Stefan Pichler als Obmann fungiert, versuchen er und seine Frau, dass die gesunde Nuss wieder ein „kleiner Wirtschaftsfaktor “ wird. Und: „Die Nachfrage boomt.“ Mit einer im Vorjahr von der FH Joanneum entwickelten Kastanien-Sortieranlage werden die genießbaren von den faulen Früchten separiert. Danach werden sie nach Größen sortiert. Durch Erhitzung in einem Schlauch löst sich die Schale, die Frucht bleibt quasi unbehandelt. Danach werden die feinen Häute zwischen der Frucht von Hand entfernt. Einige Damen aus dem Ort haben sich in der Küche versammelt, um die Kastanien zu putzen. „Das ist wie früher das Federnschleißen.“

Neben (haltbaren) Kastanien bietet der Verein Püree, Schokolade und Bier aus der Frucht an. Stefan und Herta Pichler präsentieren auch die neueste Errungenschaft des Vereins: Eine Mühle. „Das Kastanienmehl ist glutenfrei“, erklärt Herta Pichler.

Kastanienbier

Beim Fest in Klostermarienberg am 26. Oktober, bei dem sich neben den D’Kästnklauba auch alle anderen Vereine im Ort engagieren, steht die edle Nuss im Mittelpunkt: Kredenzt werden süße und pikante Speisen: Neben Kipferln, Strudeln, Wurst und Brot gibt es auch Bier aus Kastanien hergestellt. Der Reinerlös kommt der Erhaltung der Klosteranlage zugute. www.kastanienfest.at

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