Ein Landesbus für die Kicker der Sportvereinigung Oberwart
Am Freitag musste der neue SVO-Bus der Verkehrsbetriebe Burgenland dann doch noch nicht in Betrieb genommen werden.
Das Auftaktspiel zur Frühjahrssaison in der Regionalliga Ost zwischen Parndorf und Oberwart fiel dem Wintereinbruch zum Opfer und musste wegen des heftigen Schneefalls abgesagt werden. Der im Look der Sportvereinigung Oberwart beklebte Bus blieb vorerst daheim.
Aber wie kam es überhaupt dazu, dass die 2020 vom Land eigens für den Linienverkehr im Dienste von Pendlern und Schülern gegründeten Verkehrsbetriebe Burgenland (VBB) Spieler eines Fußballvereins chauffieren – laut Tabelle des aktuell besten im Burgenland?
Die Initiative zur Kooperation sei vom Verein ausgegangen, heißt es auf KURIER-Anfrage von der Landesholding Burgenland, unter deren Dach sich die VBB befinden.
Es zahlt die SVO
Die SVO habe „sowohl die Abwicklung der Auswärtsfahrten über die VBB als auch ein gemeinsames Co-Branding des Busses angeregt“, so ein Holding-Sprecher am Freitag. Die Zusammenarbeit besteht ab der heurigen Frühjahrssaison.
An deren Ende, so der ehrgeizige Plan der SVO-Bosse, soll zum dritten Mal in der bis 1912 zurückreichenden Klubgeschichte der Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse Österreichs gelingen – was Fahrten bis nach Vorarlberg einschließt.
So einseitig wie die Anbahnung der Kooperation ist auch die Verteilung der Kosten. Es gebe keine Zahlungen der landeseigenen Verkehrsbetriebe an den Sportverein. Sondern: „Es handelt sich um eine bezahlte Kooperation durch die SV Oberwart“, betont die Landesholding. Zur Höhe könne man keine Auskunft geben.
Seit es die VBB gibt, werfen private Busbetreiber der Landesgesellschaft vor, ihnen das letzte Wasser abzugraben, indem sie auch Gelegenheitsverkehr anbieten – etwa Ausflügler oder Fußballer kutschieren.
Ein privates Busunternehmen könnte sich nie leisten, einen Bus quasi für den Fußballverein abzustellen. Mit der Beklebung kann man den Bus weder im Linienverkehr noch für Reisefahrten einsetzen, sagt ein Kenner.
Die Holding widerspricht: „Der gebrandete Bus ist nicht exklusiv für die SV Oberwart vorgesehen, sondern wird auch für andere Fahrten eingesetzt.“ Apropos exklusiv: Eine vergleichbare Kooperation mit anderen Sportvereinen besteht nicht.
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