© Tourismusverein Parndorf

Archäologie
11/03/2019

Ein Bollwerk für Parndorfs Tourismus

Bundesdenkmalamt untersucht „Kuruzzenschanze“ – Tourismusverein plant Rekonstruktion

von Stefan Jedlicka

Sie war ein mächtiges Bollwerk gegen eine massive Bedrohung: Die sogenannte „Kuruzzenschanze“ ist eine ehemalige militärische Befestigungslinie aus dem frühen 18. Jahrhundert. Ein Teil des heute noch am besten erhaltenen Abschnittes liegt auf Parndorfer Gemeindegebiet. Und genau dort führt das Bundesdenkmalamt derzeit Grabungen durch, um die ursprünglichen Dimensionen der über 300 Jahre alten Verteidigungsanlage feststellen zu können.

„Gewaltiges Projekt“

Bürgermeister Wolfgang Kovacs erzählt: „Die Arbeiten sollen Informationen liefern, wie die Schanze tatsächlich ausgeschaut hat. Erste Ergebnisse zeigen, dass das Ganze doch um einiges höher war, als heute zu sehen ist.“ Ein Team von Archäologen untersucht und dokumentiert die Funde. Anschließend werden die ausgehobenen Gräben wieder zugeschüttet.

Nach der historischen Aufarbeitung will der Tourismusverein Parndorf aber auf den Plan treten. Eine originalgetreue Rekonstruktion der Schanze ist das Ziel, um die Anlage in ihrer ursprünglichen Form präsentieren zu können. „Da sie sich über drei Bundesländer erstreckt, ist das eine österreichweit einzigartige Wehranlage“, betont Claus Neuber, Geschäftsführer des Tourismusvereins Parndorf. „Es war für damalige Verhältnisse ein gewaltiges Projekt binnen sehr kurzer Zeit gegen eine massive, aber kurze Bedrohung.“

Experte als Berater

Und Neuber verrät: „Im ersten Schritt wollen wir die Schanze und den Graben wieder herstellen. Anhand der Angaben der Archäologen.“ Im zweiten Schritt werde ein Verteidigungsturm nachgebaut, der auf Parndorfer Gemeindegebiet gestanden sein soll. Aufgrund der entdeckten Fundamente und anhand von Darstellungen ähnlicher Fundorte sei dies möglich. „Es gibt schon Entwürfe, wie dieser Turm aussehen soll, wir brauchen aber zuerst eine Umwidmung, um ihn dort errichten zu dürfen“, sagt Bürgermeister Kovacs.

Als externer Berater wurde Archäologe Paul Mitchell hinzu gezogen. „Er hat die gesamte Anlage von Südmähren bis Slowenien begutachtet und eine sehr umfangreiche wissenschaftliche Arbeit verfasst“, sagt Neuber. Auch mit seiner Hilfe soll die Parndorfer Kuruzzenschanze „ein Ausflugsziel im Nordburgenland werden“, wie es der Tourismusvereins-Geschäftsführer formuliert. „Es geht uns aber auch um Bewusstseinsbildung bei der regionalen Bevölkerung darüber, was unsere Vorfahren hier geschaffen haben.“

Befestigungsanlage

Die auch „Alte Schanze“ oder „Türkenschanze“ genannte Anlage ist eine ehemalige militärische Befestigungslinie, die in den Jahren zwischen 1703 und 1711 während des antihabsburgischen Aufstandes unter Franz Rákóczi gegen dessen Truppen, die Kuruzzen, errichtet wurde. Der am besten erhaltene Abschnitt von der Donau bei Petronell über Parndorf bis Neusiedl am See ist ungefähr 18 Kilometer lang. Insgesamt hätte sich die Anlage (im nie erreichten Endausbau, samt mehrerer Verzweigungen) über etwa zweihundert Kilometer erstrecken sollen.

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