Chronik | Burgenland
05.12.2011

"Ehemänner" für gewisse Stunden

Der 42-jährige Wolfgang Thyringer aus Andau beglückt mit seinen handwerklichen Talenten nicht nur seine Frau.

Wolfgang Thyringer, 42, aus Andau ist Burgenlands erster "Ehemann zu mieten". Den gelernten Tischler kann man für verschiedenste Tätigkeiten buchen, "wenn der eigene Mann nicht kann", heißt es in dem Werbeflyer.

Das Aufgabengebiet ist umfangreich. "Mein Mann macht alles, was im Gewerbeschein drinnen steht", sagt Ehefrau Iris Thyringer. "Um andere Frauen auszuführen, hat er allerdings kein Gewerbe", lenkt Thyringers Gattin mit einem Schmunzeln auf den Lippen ein.

Hausservice

Seit April 2011 betreibt Wolfgang Krandl das Franchiseunternehmen "Ehemann zu mieten", das ursprünglich aus Italien kommt. Es handelt sich aber nicht - wie angenommen werden könnte - um ein Escort-Service , sondern um ein Hausservice-Unternehmen. Was Thyringers Ehefrau zu dem neuen Job ihres Mannes sagt? "Ich finde es lustig." Bei romantischen Dinner mit älteren, reichen Frauen würde sich der Spaß bei ihr jedoch aufhören. Dafür besteht jedoch keine Sorge. Es sei erst einmal vorgekommen, dass eine offensichtlich betrunkene Frau einen Ehemann für nicht-handwerkliche Tätigkeiten buchen wollte, erzählt Firmengründer Krandl.

Das Spektrum der angebotenen Arbeiten reicht von Glühbirnen auswechseln, Rasen mähen, Möbel zusammenbauen und technischen Hilfestellungen bei Montagen. "Es gibt nichts, was mein Mann nicht kann", sagt Thyringers Frau.

Der leidenschaftliche Handwerker hat sich in der Umgebung durch sein Geschick auch schon einen Namen gemacht. Vor allem bei älteren Herrschaften habe er bereits des Öfteren Nachbarschaftshilfe geleistet. Die Zielgruppe der zu mietenden Ehemänner sind ältere Menschen ebenso wie Singles und Familien. Auch Männer lassen sich nicht von der Bezeichnung Ehemann abschrecken, weiß Krandl aus Erfahrung. In erster Linie sind es aber Frauen, die den Service in Anspruch nehmen. "Der Vorteil der Dienstleister gegenüber Professionisten liegt in dem breiten Tätigkeitsspektrum ebenso wie in der Preisgestaltung", erläutert Krandl.