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Seit acht Jahren auf dem Rad: Wie sich ein Burgenländer das leistet

Im Mai 2018 brach Edwin Schmidt zu einer schier unendlichen Radtour auf. Jetzt verrät Schmidt, wie er seine Reise finanziert.
Ein Mann macht ein Selfie auf einem Fahrrad am Strand, während mehrere Kamele mit roten Decken am Meer entlanggeführt werden.

Im Mai 2018 trat Edwin Schmidt in die Pedale und startete eine Radtour, die bis heute andauert. Das ursprüngliche Ziel: vom mittelburgenländischen Strebersdorf mit dem Reisefahrrad über die alte Seidenstraße bis nach China zu fahren.

Wie lange die Reise dauern sollte, konnte der Extremsportler damals selbst nicht ahnen. Heute, zum achten Jahrestag der weltrekordverdächtigen Rundfahrt, hat Schmidt fünf Kontinente durchquert, 64 Länder bereist und 109.500 Kilometer zurückgelegt.

In den vergangenen drei Jahren widmete sich der mittlerweile 60-Jährige seiner bisher längsten und gefährlichsten Etappe auf dem afrikanischen Kontinent.

Wie finanziert er das?

Der KURIER berichtet seit 2019 laufend über Edwin Schmidts beeindruckende Odyssee auf zwei Rädern. Neben vielen positiven Rückmeldungen auf die Artikel häuften sich mit fortschreitender Reisedauer auch Zuschriften von Lesern, die wissen wollten, wie sich Schmidt seine Weltumrundung leisten kann.

Lieber mit dem Fahrrad ans Meer als mit dem Porsche ins Büro.

von Edwin Schmidt

über seine Philosophie in puncto Finanzen.

Der KURIER leitete die Frage an den Strebersdorfer weiter, der derzeit durch Kenia radelt. Seine Antwort: „Dank meines Maschinenbaustudiums an der TU Wien habe ich sehr gut verdient, konnte meine Faszination für Technik beruflich voll ausleben und habe folglich viele Überstunden geleistet. Dazu bin ich generell jemand, der ‚instant gratification‘ vermeidet, was beträchtliche Rücklagequoten ermöglicht. Statt materieller Dinge habe ich beschlossen, mir Freiheit zu kaufen – die Freiheit, zu gehen, wohin ich möchte, wann ich möchte und so lange ich möchte.“

Seine Philosophie in puncto Finanzen fasst der 60-Jährige noch mit folgendem Zitat zusammen: „Lieber mit dem Fahrrad ans Meer als mit dem Porsche ins Büro.“

Ein Mann mit Sonnenbrille und Mütze steht vor großen weißen, sich kreuzenden Elefantenstoßzähnen an einer Straße.

Edwin Schmidt in Mombasa.

An Geldnot dürfte Edwin Schmidts Weltreise also nicht scheitern – aber möglicherweise an der Kriminalität in einigen afrikanischen Ländern. Als Edwin Schmidt unlängst in Nairobi mit seinem schwer beladenen Fahrrad am Straßenrand stand, schnappte sich ein Motorradfahrer das Handy des Burgenländers und brauste davon. „Es war wie der Super-GAU. Das Smartphone dient zur Routenplanung, dient als Foto-Equipment, Zahlungsmittel, ist Reiseführer und Übersetzer“, verdeutlicht Schmidt die Tragweite des Verlustes.

Zum Glück hatte sich der krisenerprobte Weltreisende ein identisches Zweitgerät besorgt, mit dem er die Daten auf dem gestohlenen Handy löschen konnte.

Diebe und Terror

Nun steht Edwin Schmidt vor der nächsten Etappe seiner Afrika-Rundfahrt – und sie verheißt nichts Gutes. Um weiterzukommen, muss er entweder durch Äthiopien oder Somalia radeln. Bereits im kenianischen Lamu sickert der Terror über die Grenze: „Aus dieser Region hört man Horrorgeschichten von Raubüberfällen und Terroranschlägen der somalischen Al-Shabaab-Milizen“, schreibt Schmidt. Es bleibt also spannend, im neunten Jahr von Schmidts Weltumradelung.

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