© Roland Pittner

Interview
01/12/2020

Eduard Posch: "Neos schaffen zwei Mandate"

Die Neos rittern mit Eduard Posch an der Spitze um den Einzug in den burgenländischen Landtag.

von Roland Pittner

Eduard Posch ist Spitzenkandidat der Neos bei der Landtagswahl am 26. Jänner. Der 62-jährige Pinkafelder Unternehmensberater und einzige Neos-Gemeinderat des Landes will frischen Wind in den Landtag bringen.

KURIER: Welchen frischen „pinken“ Wind wollen die Neos in den Landtag bringen?

Eduard Posch: Wir wollen mehr Transparenz, mehr Kontrolle, mehr Demokratie und Bürgerbeteiligung und die beste Bildung vom Kindergarten beginnend für alle Burgenländer schaffen.

Sie waren selbst Pädagoge und Direktor, wie sieht die beste Bildung aus?

Wir setzen uns dafür ein, die Gruppengrößen im Kindergarten zu verkleinern. Die Pädagogen sollen mehr Zeit für die Kinder haben und mehr Gehalt bekommen. Die Qualität soll steigen. Auch ein Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem ersten Geburtstag, muss sichergestellt sein.

Was könnte in den Schulen besser werden?

Wesentliche Eckpunkte sind für uns mehr Autonomie der Schulen – personell, finanziell und pädagogisch. Direktoren sollen ihre Mitarbeiter selbst aussuchen und nicht die Politik.

Wo braucht es Ihrer Meinung nach sonst noch frischen Wind im Land?

Es fehlt an Transparenz, etwa bei den Postenbesetzungen. Wir fordern öffentliche Hearings etwa bei der Bestellung des Bildungsdirektors oder bei der Nachfolge des Präsidenten des Landesverwaltungsgerichts. Auch die Vorgänge rund um den Neubau des Krankenhaus Oberwart müssen aufgeklärt werden, hier braucht es einen Untersuchungsausschuss.

Warum?

Es ist schon zu klären, was in den vergangnen 15 Jahren passiert ist. Von 90 Millionen Euro für die Sanierung ist man nach zwei Projektabbrüchen bei mehr als 200 Millionen Euro angekommen. Es wäre zu klären, was schief gelaufen ist. Immerhin sind 10 Millionen bereits definitiv verloren gegangen beim größten Infrastrukturprojekt des Landes.

Ihre politische Laufbahn starteten Sie bei der ÖVP, mit 58 kam das Revival in pink. Was war ausschlaggebend für den Wechsel von christlich-sozial, zu liberal?

Es war ja kein nahtloser Übergang, ich war einige Jahre politisch in Karenz. Als die Neos gegründet wurden, haben mich die Werte und Möglichkeiten der Mitgestaltung angesprochen. Ich sehe auch keinen Gegensatz, ich bin weiter ein liberaler Christdemokrat. Glaube ist mir persönlich sehr wichtig. Auch in der Kirche bräuchte es, wie im Land, mehr Transparenz und Beteiligung der Gläubigen.

Wie passt die urbane Bewegung Neos ins Burgenland?

Neos konzentriert sich längst nicht mehr nur auf Städte, die letzten Wahlergebnisse zeigen, dass wir auch im breiten Land Fuß gefasst haben.

Rund 9.000 Stimmen gab es für Neos bei der Nationalratswahl – welches Ziel haben Sie für die Landtagswahl?

Wir werden den Einzug mit zwei Mandaten schaffen. Ich und Julia Kernbichler wollen im Landtag für frischen Wind sorgen.

2015 gab es nur 2,3 Prozent für Neos, was hat sich seit damals verändert? ´Es sind fünf Jahre vergangen und Neos ist gewachsen. Es gab die Ibiza Affäre, den Skandal um die Casinos Austria, das zeigt, dass es eine politische Grunderneuerung braucht, auch eine moralische. In all diese Causen waren Schwarz, Blau und Rot involviert. Wir spüren, dass sehr viele Menschen eine frische Kraft wollen.

Sollte der Einzug nicht gelingen, bleiben Sie Gemeinderat in Pinkafeld und treten als Landessprecher ab?

Wir gehen davon aus, zwei Mandate zu machen, alles weitere sehen wir nach der Wahl. Natürlich werde ich mein Gemeinderatsmandat weiter behalten.