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Chronik Burgenland
07/28/2019

Edle Tropfen von den Bio-Reben aus dem Südburgenland

Familie Oberkofler zog von Südtirol ins Südburgenland. Hier produzieren sie Bio-Wein und genießen das Leben am Land.

von Roland Pittner

Idyllisch liegt das Bauernhaus der Familie Oberkofler in Maria Bild im Bezirk Jennersdorf. Gartenteich, Küchengarten und die Reben stehen hinter dem Haus am Hang in Reih und Glied. Am Weinfass im Stadl stehen Wein und Gläser schon bereit.

Eigentlich stammt die Familie aus Südtirol. „Mein Mann David und ich waren gerade beim Studieren und hatten denselben Traum vom autonomen Leben ind und von der Natur“, sagt Patrizia Oberkofler. Ein Hof in Südtirol schien unleistbar. „Wir schauten uns Höfe in der Toskana an und durch Zufall kamen wir nach Maria Bild“, sagt Oberkofler.

Südburgenland statt Osttirol

2006 zogen die beiden hier her und brachten den Hof auf Vordermann. Mittlerweile haben sie zwei Söhne, die ebenfalls das Landleben genießen, und sind mit ihren Bioweinen erfolgreich unterwegs.

Mit dem Weinbau starteten der studierte Biologe und die Psychologin 2012. „Wir kommen aus keiner Weinbaufamilie, wir haben uns alles selbst angeeignet“, sagt Oberkofler. „Biologischer Weinbau sei unmöglich“, bekamen sie zu hören, trotzdem blieben sie ihrer Bio-Philosophie treu. „Wir beschäftigen uns viel mit pilzresistenten Sorten“, sagt Oberkofler. Was der Uhudler von Natur aus hat, ist bei den sogenannten Piwi Spezialreben die besondere Züchtung, die sie resistent macht.

Die Bio-Weine der Wahl-Burgenländer

Über die Jahre sind einige Weingärten dazu gekommen, derzeit stehen 2,5 Hektar Reben im Ertrag, etwa ein halber Hektar sind Jungflächen. Zehn unterschiedliche Weine werden gekeltert. Vom Welschriesling über Cabernet Jura bis hin zum Uhudler haben die Winzer in ihrem Sortiment. Fünf Mal Gold und zwei Mal Silber holten die Winzer heuer beim Bioweinpreis und beim Piwi-Weinpreis.

Im Weingarten setzen die beiden keine Spritzmittel und Kunstdünger ein. „Alle unsere Weine werden spontan vergoren, wir geben keine Zusätze dazu, es darf alles von allein entstehen“, sagt Oberkofler. So ist jeder Wein einzigartig. Die meiste Arbeit passiert im Weingarten. Gut Zureden, Singen und Pfeifen gehöre ebenfalls zur fast täglichen Weingartenarbeit.

„Wir experimentieren viel mit Wärme und Kälte im Keller und im Weingarten damit, wie viele Blätter wir den Reben lassen“, sagt die Winzerin. Die meisten Weine verkaufen die Oberkoflers ab Hof, der Rest geht in den Handel. Biowein wird beliebter, „er ist bekömmlicher und der Trinkgenuss kommt auch noch dazu“, schwärmt Oberkofler. Das Interesse an den Piwi-Weinen wird immer größer. „Wir hoffen, es kommen noch einige Bio-Winzer dazu“, sagt Oberkofler.

Der Weinbaubetrieb hat noch eine Größe, in der die beiden alles selbst erledigen können. „Er soll auch so klein bleiben“, ist sich die Familie einig. Den Oberkoflers ist die ländliche Ruhe wichtig. „Im Sommer sind wir im Weingarten, im Winter machen wir Holz, da kommt man in diesen Rhythmus, der erdet und entschleunigt. Das wollen wir vor allem unseren Kindern bieten“, sagt die Weinbäuerin. www.bioweinbau-oberkofler.at