Nordrhein-Westfalen/ ARCHIV: Ein Ladekabel haengt in Kempen an der Solarladestation fuer Elektrofahrraeder "Solar-Bike-Port" an einem Elektrofahrrad (Foto vom 21.10.11). Trotz des hohen Preises werden Elektrofahrraeder haeufig als Zweitfahrrad angeschafft. "Das E-Bike wird nicht 'anstelle von', sondern zusaetzlich gekauft", sagte der Geschaeftsfuehrer des Zweirad-Industrie Verbands (ZIV) Neuberger im dapd-Interview. Nahezu jeder Hersteller habe mittlerweile neben den klassischen Fahrraedern auch E-Bikes im Angebot. (zu dapd-Text) Foto: Timur Emek/dapd

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Eisenstadt
04/26/2013

E-Bikes fehlen Saft und Standorte

Modellregion für E-Mobilität ist ambitioniert, die Umsetzung verläuft aber sehr schleppend

von Thomas Orovits

Seit mehr als einem Jahr läuft in Eisenstadt im Rahmen der von Klima- und Energiefonds sowie Umweltministerium initiierten Modellregion der Testbetrieb von City-E-Bikes. Aber das bundesweit einzigartige Projekt einer ökologischen Alternative zum Auto in der Stadt kommt nicht in die Gänge. Auch die zweite Generation der Elektroräder lahmt und der Ausbau der Verleihstationen hinkt dem Zeitplan hinterher. Dennoch könnte schon im Mai der kostenpflichtige „Echtbetrieb“ starten, heißt es aus der Energie Burgenland (EB), 51-Prozent-Eigentümer der Trägergesellschaft „Eisenstadt e-mobilisiert gmbh“ – 29 % hält die Stadt, 20 % Raiffeisen Leasing. Dann wäre nur die erste halbe (Fahrt)-Stunde gratis, die zweite soll 50 Cent kosten, die Tagespauschale 15 Euro. Relativierender Nachsatz: „Wir verlangen erst Geld, wenn das System reibungslos funktioniert“, sagt Geschäftsführer Anton Gartner von EB.

Wann das sein wird, kann auch er nicht definitiv beantworten. Nachdem die erste Generation der E-Bikes im Vorjahr wegen Leistungsschwäche und Fehleranfälligkeit aus dem Verkehr gezogen wurde, sollten die neuen Räder nicht nur viel leistungsstärker, sondern auch „so simpel wie möglich“ sein, sagt Markus Wachtfeitl von der Energie Burgenland. Bei einem KURIER-Versuch fielen beide Räder durch – wenn Steigungen mit einem 20 Jahre alten Mountainbike weniger schweißtreibend zu bewältigen sind als mit einem rund 2600 Euro teuren, speziell adaptierten E-Bike, stellt sich die e-mobile Sinnfrage. Es gebe Probleme mit den Akkus, die sollten in diesen Tagen behoben werden, räumt Gartner ein. „Wir wären auch gern schneller“, Kinderkrankheiten würden aber bremsen.

Standorte

Hinter Plan liegt man auch bei den Standorten, die 15 geplanten sollten schon alle stehen, aber erst sechs sind in Betrieb – Domplatz, Rathaus, EB, Kleinhöflein, Einkaufszentrum Rusterstraße, St. Georgen. Zwei weitere sind laut Wachtfeitl „eingelagert“ und für die Wohnhausanlage am Feiersteig und das Technologiezentrum reserviert. Beim Feiersteig sei man aber auf eine Einigung der Wohnbaugenossenschaften OSG und Neue Eisenstädter angewiesen. Dort ist man, gelinde gesagt, erstaunt: Es habe gerade einmal „Sondierungsgespräche“ gegeben, sagt Rainer Wallner von der OSG. Mag sein, dass die unterschiedlichen Sichtweisen auch damit zu tun haben, dass die Betreibergesellschaft von den Genossenschaften eine Standortmiete von 300 Euro pro Monat möchte.

Schließlich will die ökologische Alternative auch finanziert werden, für vier Jahre sind je 80.000 Euro budgetiert, über Standortmiete und Werbeflächen auf Verleihstationen und Rädern soll Geld eingenommen werden. Bis September soll es nun alle 15 Standorte geben. Das ist ebenso Zukunftsmusik wie die beiden weiteren Standbeine von „Eisenstadt e-mobilisiert“ – bei E-Taxis und Car-Sharing steht man noch ganz am Anfang.