© Roland Pittner

Chronik Burgenland
11/22/2019

Dreisprachiges Altenheim sorgt für große Aufregung

Bürgerinitiative kritisiert Standortwahl für das Großprojekt in der 300-Seelen-Gemeinde.

von Roland Pittner

Knapp 300 Menschen leben in Schandorf (Bezirk Oberwart). Die Gemeinde an der Grenze zu Ungarn soll laut Pflegeplan des Landes ein eigenes Pflegeheim bekommen. Dreisprachig sollen hier von rund 100 Mitarbeitern bis zu 60 Bewohner betreut werden. Neben Deutsch soll mit den Bewohnern noch Ungarisch und Kroatisch gesprochen werden.

Bauträger ist die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft, der Arbeitersamariterbund wird das Heim betreiben.

Standort ist umstritten

Die Standortwahl – das Heim soll am ehemaligen Sportplatz errichtet werden – sorgt für Unruhe im Ort. Sogar eine Bürgerinitiative hat sich gegründet, diese Woche wurde eine Postwurfsendung an alle Haushalte ausgeschickt. Die Information dient als Vorbereitung zur Gemeindeversammlung am Samstag um 18 Uhr.

„Bislang wurde in dieser Sache über die Köpfe der Bevölkerung hinweg entschieden, wesentlich beeinflusst von Experten von außen, die rein wirtschaftliche Eigeninteressen vertreten. Die Diskussion mit der Bevölkerung wurde gezielt vermieden“, heißt es im Schreiben der Bürgerinitiative, die von Marianne Schitter gegründet wurde. Die Entscheidungen für das 8,5 Millionen Euro teure Projekt seien nur in der Gemeindestube getroffen worden. Der Standort am ehemaligen Sportplatz eigne sich nicht, weil sich dieser in einer Hochwasserrisikozone befinden soll. Auch der Kanalstrang liege unterhalb des natürlichen Gefälles, was laut Bürgerinitiative gegen den Standort spricht. Mögliche Alternativen wären etwa in Schandorf Nord oder beim Bahnhof.

 

Für Bürgermeister Werner Gabriel (SPÖ) hat sich diese Frage aber erledigt. „Wir haben den Standort und die Umwidmung beschlossen“, erklärt er im KURIER-Gespräch. Im Zuge des Baus werden Hochwasserschutzmaßnahmen errichtet, um eine Überflutung des Pflegeheims zu verhindern. „Wir haben dazu Stellungnahmen von allen Bürgern und Behörden eingearbeitet“, sagt Gabriel.

Am Samstag werde er alle Fragen der Bevölkerung beantworten. „Es ist ein Riesenprojekt für Schandorf und ich werde die Informationen, die ich habe, auch weitergeben“, sagt Gabriel. Der Baubeginn wurde noch nicht festgelegt. R. Pittner

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