© Thomas Orovits

Chronik Burgenland
08/06/2021

Doskozil holt einen Oberst in die Finanzabteilung

Peter Dopler, Ex-Abteilungsleiter im Heeresabwehramt und später im Kabinett von Verteidigungsminister Doskozil, wechselt vom Militärkommando ins Landhaus

von Thomas Orovits

Die einen sehen ihn als akribischen Arbeiter mit Hang zur Pedanterie, andere fürchten ihn als wenig zimperlichen polit-kommissarischen Aufpasser: Die Rede ist von Peter Dopler, der am 1. September wieder ins Eisenstädter Landhaus zurückkehrt.

Weit hat es der 57-jährige Jurist nicht, zuletzt war er Rechtsberater im Militärkommando Burgenland, das nur einen Steinwurf vom Sitz der Landesregierung entfernt liegt.

In normalen Zeiten kommt das Militärkommando mit einem juristischen Mitarbeiter aus. Die Corona-Aufgaben des Heeres hätten den Bedarf erhöht, heißt es, deshalb sei Dopler dienstzugeteilt gewesen und habe „gute Arbeit“ geleistet.

Die erwartet sich auch sein künftiger oberster Dienstherr, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ). Doskozil kennt Dopler seit der gemeinsamen Zeit im Büro von LH Hans Niessl Anfang der 2010er Jahre. Der gelernte Polizist und Jurist Doskozil war als Büroleiter schon damals Chef von Oberst Dopler, zuvor Abteilungsleiter im Heeresabwehramt. 2014 ging Dopler dann als Personalchef zur Krankenanstaltengesellschaft mit knapp 1.900 Mitarbeitern, ehe er 2017 ins Verteidigungsministerium zurückkehrte – direkt ins Kabinett von Minister Doskozil.

Dopler bekommt einen Posten in der Finanzabteilung, die in Doskozils Zuständigkeit fällt. Ob er gar Leiter der politisch zentralen Finanzabteilung werde, fragte der KURIER. Dopler: „Schau‘n wir mal“. Die Abteilung ist derzeit mit Cornelia Kunkic nur provisorisch besetzt. In Doskozils Büro winkt man ab, Dopler sei kein Kandidat, man beobachte, wie sich Kunkic bewähre.

Für möglich halten Beobachter auch, dass Doskozil seinem Vertrauten Dopler den Marschbefehl Richtung Landesholding erteilt, um dort den als zu konsensorientiert eingestuften Alleingeschäftsführer Hans Peter Rucker zu „unterstützen“.

Dass Doskozil seinem früheren Mitarbeiter mit der Heimholung schlicht einen Gefallen getan habe, wird allerorten dementiert. Denn Landesbeamte können schon mit 60 Jahren und Abschlägen in Pension gehen, Bundesbeamte erst ab 62 – die Durchrechnung gilt für beide, das Land hat aber später damit begonnen.

Diese Behauptung sei „hanebüchen“ sagt Dopler, er habe gar nicht vor, früher in Pension zu gehen. „Ich bin ja gesund“, sagt der sportliche Endfünfziger. Und auch ein Doskozil-Sprecher sagt: „Der Peter brennt immer für seine Arbeit“.

Mit Dopler wächst die Riege der Spitzenbeamten mit militärischer oder polizeilicher Herkunft, die Doskozil um sich schart: Kripo-Mann Horst Teuschl ist Leiter der neu geschaffenen Sicherheitsabteilung im Landhaus, Rainer Winter, Generalstäbler im Verteidigungsministerium, Leiter des Brüsseler Burgenland-Büros und der oststeirische Ex-Polizist Andreas Temmel wird Leiter der Gruppe 5 im Land. Er tritt seinen Dienst wie Dopler am 1. September an.

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