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Chronik Burgenland

Die unerschöpfliche Energie eines Fußballfanatikers

Der 64-jährige Trainer Norbert Barisits ist jetzt auch Sachverständiger bei Gericht und Fußball-Archivar

von Thomas Orovits

10/07/2021, 07:00 AM

Norbert Barisits als Tausendsassa zu bezeichnen, wäre eine Untertreibung. Der vom Fußball besessene Siegendorfer ist seit 40 Jahren übers Burgenland hinaus eine fixe Trainergröße, der mittlerweile 64-jährige Coach mit UEFA-Pro-Lizenz darf sich mit 19 Meistertiteln schmücken. Den größten Erfolg im Burgenland landete er Mitte der 1990-er Jahre mit den Klingenbacher Kickern, die er in die 2. Division führte.

Seit Anfang des Jahres ist Barisits auch allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für Fußball. Zu konkreten Fällen darf er nichts sagen, aber wenn ein Gericht zum Beispiel klären muss, ob eine schwere Verletzung auf dem Spielfeld fahrlässig oder gar vorsätzlich herbeigeführt wurde, könnte Barisits in sechs Bundesländern als Experte beigezogen werden. Nur Vorarlberg, Tirol und Salzburg sind dem Burgenländer zu entlegen.

Zuvor hat der pensionierte Berufsschullehrer auch akademische Würden erlangt, unter anderem ein Doktorat mit einer Arbeit aus dem Bereich „Public Health“ zu Sportverletzungen und Vorsorge.

100 Jahre Fußball

Und weil Barisits auch ein leidenschaftlicher Archivar ist, will er auf Facebook anlässlich 100 Jahre Burgenland alle aktiven, aber auch längst verblichene Fußballvereine des Burgenlandes vorstellen. „Ich könnte noch ein ganzes Jahr lang schreiben“, sagt der Fußballlehrer. Zur anstehenden Wahl eines neuen BFV-Präsidenten gibt sich Barisits diplomatisch und nennt keinen Wunschkandidaten.

2022 möchte Barisits, den in den vergangenen Jahren eine schwere Erkrankung viel Energie gekostet hat, auch wieder auf die Trainerbank zurückkehren. Ein 20. Titelgewinn würde aus seiner Leidenschaft fürs runde Leder auch eine runde Sache machen. Wobei Barisits nicht verhehlt, dass er Funktionären das Leben nicht immer leicht macht: „Ich bin von Anfang an für klare Fronten, es gibt einen Bereich, wo der Trainer das Sagen haben muss.“

Bis dahin schaut er sich jedes Wochenende quer durchs Land Spiele an. Und erinnert sich an den Siegendorfer Alfred Eisele. Der legendäre Spieler des SC Eisenstadt habe ihm einmal gesagt, wenn er in eine Ortschaft komme, gehe er zuerst in die Kirche und auf den Friedhof. Barisits‘ Antwort: „Ich gehe zuerst auf den Fußballplatz und in die Kabine“.

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