Chronik | Burgenland
26.06.2018

Versuchter Mord: Anklage gegen Berufsschüler nach Messerstich

Im März hatte der Lehrling im Streit um ein Mädchen einen 16-jährigen Nebenbuhler attackiert.

Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt hat gegen jenen 17-jährigen Lehrling, der im März einen 16-jährigen Kollegen niedergestochen haben soll, „Anklage eingebracht“, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Roland Koch am Montag auf KURIER-Nachfrage. Vorgeworfen werden dem Jugendlichen, der im Juli 18 wird, versuchter Mord, Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz. Einen Termin für die Hauptverhandlung am Landesgericht Eisenstadt gibt es noch nicht.

Im Falle einer Verurteilung drohen dem Nordburgenländer, dessen Fall nach dem Jugendstrafrecht abgehandelt wird, ein bis 15 Jahre Haft. Der Bursch sitzt derzeit in der Justizanstalt Gerasdorf und macht dort eine Lehre.

Streit um ein Mädchen

Wie berichtet, waren die beiden Burschen am Abend des 7. März im Internat der Berufsschule Eisenstadt aneinandergeraten. Auslöser für die Tat soll Eifersucht gewesen sein. Der Angreifer, ein Bäckerlehrling aus dem Nordburgenland, sei auf den angehenden Einzelhandelskaufmann aus dem Südburgenland wütend gewesen, weil der ihm die Freundin ausgespannt hatte.

Begonnen hatte der Streit gegen 21.15 Uhr, als der 17-Jährige aus dem Bezirk Neusiedl am See dem 16-Jährigen aus dem Bezirk Güssing zunächst einen Faustschlag versetzte. Die anschließende Ruhe währte nicht lange; gegen 23 Uhr trafen die Kontrahenten noch einmal aufeinander und der ältere Bursch soll dem Jüngeren mit einem Taschenmesser mit einer rund vier Zentimeter langen Klinge in Brust und Bauch gestochen haben. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus Eisenstadt gebracht und operiert, Lebensgefahr bestand nicht. Wenige Tage später wurde er aus dem Spital entlassen und besuchte wieder die Schule.

Thomas Orovits