Die Jäger der rollenden Bomben

Das zwölfköpfige Team der Autobahnpolizei Oberwart hat sich zum Ziel gesetzt, die Straßen sicherer zu machen.

Erst vor Kurzem haben wir bei Rotenturm um 9 Uhr Vormittag einen Lkw-Lenker aus dem Verkehr gezogen, der alkoholisiert war." Für Wolfgang Werderits, dem Kommandanten der Autobahnpolizeiinspektion Oberwart (API) gibt es im Straßenverkehr so gut wie nichts, was es nicht gibt. Es ist eine kleine, aber sehr schlagkräftige Gruppe mit insgesamt zwölf Mann die in der Oberwarter Steinamangererstraße stationiert ist. Ihr Hauptaufgabengebiet ist der Verkehrsbereich. Das reicht von der Schwerverkehrskontrolle bis zur Überprüfung von Mopeds. Letztere sind oft auffrisiert und entsprechend laut.

Das Hauptaufgabengebiet der API Oberwart, die vor allem in den drei südlichen Bezirken tätig ist, ist aber die Schwerverkehrs- und Gefahrgutkontrolle. Vor allem an der B 65, an dieser Transitroute in Richtung Balkan, sind die Beamten höchst aktiv. Immer wieder werden hier rollende Bomben aus dem Verkehr gezogen. "Der Bogen der Beanstandungen reicht von kaputten Reifen über defekte Bremsen bis hin zum Rahmenbruch", erzählt Werderits.

Wobei die Kontrollen, die gemeinsam mit Technikern des Landes durchgeführt werden, immer nach einem standardisierten Verfahren ablaufen. "Zuerst werden die Papiere kontrolliert, dann kommt das Fahrzeug auf die Waage, der Lenker muss einen Alko-Vortest machen und dann werden die Lenkerdaten auf mögliche Fahndungsersuchen abgefragt. Danach erfolgt die technische Kontrolle", erzählt Werderits.

Zwar habe sich der technische Zustand der Ost-Lkw in den letzten Jahren gebessert, es gibt aber noch immer genug rollende Wracks die auf der Straße nichts verloren haben. Allein 2011 wurden von seinen Beamten über 700 Kennzeichen von Schwerfahrzeugen abgenommen und die Weiterfahrt bis zur Reparatur untersagt. Die Kontrollen zeigen Wirkung. Tiertransporte sind kaum noch anzutreffen. "Die fahren über andere Routen am Burgenland vorbei", weiß Werderits. Denn seine Truppe kontrolliert nicht nur unter der Woche, sondern auch am Wochenende. Und das sowie die saftigen Strafen – vierstellige Beträge sind keine Seltenheit – spreche sich in der Branche herum.

( Kurier ) Erstellt am 30.03.2012