© Martina Dorner

Chronik Burgenland
03/27/2019

Die heimischen Erdäpfel werden knapp

Landwirtschaft.Drahtwurmbefall sorgte im Vorjahr für Ausfälle, neue Ernte erst ab Juni

von Roland Pittner

„Wir haben noch Erdäpfel, aber wir verkaufen auch nur direkt an unsere Kunden“, sagt Josef Dorner. Der Landwirt aus dem Mittelburgenland hat sich auf die Knollen spezialisiert. „Ich merke schon, dass jetzt viele neue Kunden kommen, weil sie keine Ware aus dem Ausland haben wollen“, erklärt Dorner. Er hofft, mit seinen Lagerbeständen bis zur neuen Ernte durchzukommen, „aber es wird knapp“. Ebenso wie im österreichischen Handel. Laut Spar Österreich werden die Erdäpfel aus Österreich Ende März ausgehen, bei der Rewe Gruppe komme man bis Ende April aus. Für den Zeitraum bis zur heurigen Ernte im Juni hätten sich die Handelsketten bereits in Frankreich mit Ware eingedeckt.

Schädlinge

Grund für die leeren Lager ist eine mäßige Ernte 2018. Vor allem der Drahtwurmbefall bei den Knollen führte dazu, dass die vermarktbare Menge geringer ausfiel als in den Jahren zuvor. „Im Pflanzenschutzbereich werden die Landwirte immer weiter eingeschränkt“, sagt Anita Kamptner, Geschäftsführerin der Interessensgemeinschaft Erdäpfelbau (IGE); somit könnten sie der Schädlinge nicht Herr werden.

Die Importware aus Ägypten und Israel in den Supermarktregalen sieht die IGE-Geschäftsführerin kritisch: „Welche Bedingungen dort herrschen, ist nicht klar. Was für unsere Bauern heftig ist: Der Konsument merkt im Regal nichts von der Verknappung heimischer Ware, wenn er nicht genau schaut.“

 

Bei der Produktion von Bio-Erdäpfeln liegt Österreich nach Deutschland an zweiter Stelle in der EU. Rund 3700 Hektar werden biologisch bewirtschaftet. „Hier produzieren wir doppelt so viel, wie wir im Land brauchen. Die Ware wird exportiert“, weiß Kamptner. Heuer könnten aber auch diese ausgehen, erklärt Rewe-Sprecher Paul Pöttschacher.

Neue Saison

Derzeit werden die ersten Erdäpfel für die heurige Saison gelegt. „Wir rechnen Mitte Juni mit der ersten Ernte“, sagt Dorner. Im Seewinkel und anderen Frühanbau-Gebieten könnte es auch schon früher sein.

Landwirte und Handel hoffen auf eine gute Ernte 2018. Denn Erdäpfel aus Österreich sind beliebt. Leere Regale muss trotz Engpass niemand befürchten und auch der heimische Nachschub wird wachsen: „In drei Monaten schaut die Sache am Markt schon wieder ganz anders aus“, erklärt Dorner.

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