Das Schloss befindet sich seit 1966 im Besitz von A. Lehmden.

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Chronik Burgenland
05/17/2019

Deutschkreutz: Schloss ist geöffnet, die Zukunft ist ungewiss

Deutschkreutz. Das Erbe Anton Lehmdens ist noch nicht geregelt. Schloss und Galerie sind vorerst geöffnet.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Idyllisch liegt das im Jahr 1625 erbaute Renaissance Schloss Deutschkreutz inmitten von viel Grün, nahe dem Grenzgebiet zu Ungarn. Vor mehr als 50 Jahren – es war 1966 – hatte der Künstler Prof. Anton Lehmden das Schloss erworben. In jahrzehntelanger liebevoller Kleinarbeit hat er das historische Gebäude renoviert.

Nach dem Ableben des prominenten Malers im August des Vorjahres ist die Zukunft von Schloss und Galerie aber ungewiss. Es gibt mehrere Erbberechtigte – der Künstler hinterließ neun Kinder. Seinen letzten Willen hat er allerdings nicht in schriftlicher Form hinterlassen.

"Will Erbe weiterführen"

Tochter Barbara will das Erbe im Sinne ihres Vaters weiterführen, wie sie sagt. Sie selbst war auch in den vergangenen Jahren oft im Schloss anzutreffen, hat Events wie „Literatur in Grün“ initiiert und hat ihren Vater unterstützt. Das Schloss solle weiterhin für Besucher offen sein. Auch die Sammlung der Werke ihres Vaters – dem Mitbegründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus’ – soll Interessierten in einer exklusiven Galerie zugänglich bleiben. „Es ist oberste Prämisse, dass das Museum, das eine große Anzahl aus der 70-jährigen Schaffensperiode meines Vaters zeigt, fortgeführt wird.“

„Heterogene Gruppe“

Mit den anderen Erben müsse dennoch erst eine Einigung erzielt werden. „Wir sind da eine heterogene Gruppe.“ Im schlimmsten Fall sei es vorstellbar, Erbberechtigte, denen nicht an der Fortführung des Schlossbetriebes gelegen sei, auszulösen. Doch daran will Barbara Lehmden noch gar nicht denken. Mit Elan und frischem Schwung hat sie den virtuellen Auftritt des Schlosses neu gestaltet und Veranstaltungen organisiert. Auf der neuen Homepage erfahren die Besucher Interessantes über das Schloss sowie das Schaffen des Künstlers. Von 15. Mai bis 15. September ist geöffnet, Führungen gibt es gegen Voranmeldung. Auch Hochzeiten sind u. a. möglich.

Bürgermeister Manfred Kölly hofft, dass das „Schloss als Anziehungspunkt für viele Tausend Besucher jährlich“ erhalten bleibt. Mit 25.000 Euro pro Jahr unterstützte die Gemeinde den Erhalt der historischen Gemäuer.

Nun gebe es Interessenten aus Indien und aus Tirol, die in der Nähe ein Wellnesshotel errichten möchten. Dieser Tage habe es Besichtigungen gegeben, sagt Kölly. Voraussetzung für den Bau eines Wellnesstempels sei allerdings der Erhalt des öffentlichen Zugangs zum Schloss. www.schlossdeutschkreutz.at