Der Seewinkler Gurkenkaiser

Biohof Leyrer…
Foto: /Biohof Leyrer Gute Ernte: Aus den Gurken wird unter anderem Saft gewonnen

Erich Leyrer hat aus dem wässrigen Gemüse eine eigene Kosmetiklinie entwickelt.

Die Sonne brennt, kein Wölkchen ist an diesem Vormittag am Himmel über Pamhagen zu sehen. Während viele Landwirte mit der Trockenheit zu kämpfen haben, nimmt es Erich Leyrer senior gelassen. Der Biobauer hat sich auf Gemüsesorten spezialisiert, denen die Hitze nicht schadet, bzw. sogar nützlich sein kann. Vor allem Gurken haben es dem Landwirt angetan. "Für Gurken ist Wärme ideal, vor allem auch in der Nacht. Es ist also gut, wenn die Temperatur nicht weit unter 20 Grad zurückgeht", erklärt Leyrer.

Neben der Vermarktung durch große Handelsketten als Gemüse – roh oder eingelegt – hat Erich Leyrer senior eine echte Marktlücke für seine Gurken entdeckt. Die Leyrers produzieren Gurkensaft sowie Gesichtscreme und Bodylotion aus Gurken – alles bio-zertifiziert.

Wie kommt man auf so eine Idee? "Die Freundin von unserem Sohn hat einmal im Bad eine Gurken-Gesichtscreme stehen lassen. Neugierig wie ich bin, habe ich genauer auf die Inhaltsstoffe geschaut und mich sehr gewundert. Da war alles drin, nur nichts von einer Gurke. Da kam der Entschluss: Das machen wir selber", erzählt Leyrer senior.

"Exotischer" Anbau

Das war im Jahr 2010. Zuerst wurde zwei Jahre experimentiert. "Am Anfang haben wir getrocknete Gurken verwendet. Nur sind die braun, die Farbe der Creme war nicht schön."

Ein Jahr später war der Ertrag an dem wasserreichen Gemüse so hoch, dass erstmals Gurkensaft produziert wurde. "Da sind wir dann auf die Idee gekommen, dass wir den Saft statt dem getrockneten Gurkenextrakt in der Creme verwenden können", sagt der Biobauer. Die Creme erhielt dadurch eine ansprechende Farbe und wurde noch geschmeidiger. Seit 2012 sind die Kosmetika und der Gurkensaft nun auf dem Markt und erfreuen sich steigernder Beliebtheit.

Biobauer Erich Leyrer, Pamhagen… Foto: /Natascha Marakovits Den Betrieb führt seit 2010 Erich Leyrer junior. Bereits ein Jahr zuvor haben sich die Leyrers auf "exotische" Anbausorten spezialisiert: Kamille, Mohn, Chilis und seit vier Jahren auch Reis. "Es handelt sich um Trockenreis und der Anbau befindet sich noch immer im Versuchsstadium. Reis braucht zwar mehr Wasser als anderes Getreide, es hat ihn aber angeblich schon vor 100 Jahren gegeben, als der Neusiedler See ausgetrocknet ist", erzählt Leyrer junior.

Rund 400 Kilogramm weißer Reis wurden vergangenes Jahr geerntet. Beliefert wird damit die Bio-Linie einer bekannten Supermarktkette. "Derzeit ist der Reisanbau nur Hobby. Verdient haben wir damit noch nichts, nur mehr Arbeit haben wir", sagt Leyrer schmunzelnd.

Infos: www.biohof-leyrer.at

(kurier) Erstellt am
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